Mensch und KI KI übernimmt Kampagnen – doch warum bleibt der Mensch für den Erfolg entscheidend?

Ein Gastbeitrag von Jan Schmitz 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz optimiert Kampagnen immer autonomer – doch wer setzt die Ziele, erklärt die Ergebnisse und hält den Kurs? Warum der Mensch gerade jetzt zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird.

(Bild:  © ontsunan/stock.adobe.com)
(Bild: © ontsunan/stock.adobe.com)

EXECUTIVE SUMMARY

Das Problem: KI optimiert nur innerhalb der gesetzten Ziele und kann dabei ein gutes Performance-Ergebnis liefern, aber das eigentliche Geschäftsziel verfehlen.

Die Kosten: Weniger operative Kampagnensteuerung heißt nicht automatisch weniger Aufwand. Zeit und Ressourcen fließen künftig stärker in Setup, Kontrolle und Beratung.

Der Hebel: Klare Leitplanken, passende Kampagnenstrukturen und die Expertise der Mitarbeitenden machen KI-Steuerung wirksam.

Das Risiko: Wer KI-Entscheidungen nicht versteht und das Organisationsmodell nicht anpasst, verliert den Blick für Ergebnisse und strategische Ziele.

KI erfordert neues Zusammenspiel

Auch wenn autonome Kampagnensteuerung durch künstliche Intelligenz Unternehmen erheblich entlasten kann, bleibt die Verantwortung beim Menschen. Das bedeutet nicht nur, die Ergebnisse der KI zu kontrollieren, sondern auch, ihre Rolle innerhalb des Unternehmens bewusst zu gestalten. 

Für Unternehmen wird die Fähigkeit wichtig, KI sinnvoll in bestehende Arbeitsweisen zu integrieren. Dabei müssen sie bewerten, wie einerseits Mensch und Technologie zukünftig zusammenarbeiten und wo andererseits die Expertise von Mitarbeitern den größten Mehrwert liefert.

Drei Aufgaben sind dabei besonders wichtig:

  • 1. Richtige Leitplanken setzen: KI optimiert innerhalb der Rahmenbedingungen, die der Mensch ihr vorgibt. Möchte ein Fashion-Händler etwa eine neue Sneaker-Kollektion etablieren und gleichzeitig einen definierten ROAS erreichen, dann priorisiert die KI ohne passendes Kampagnensetup vermutlich die bereits erfolgreichen Produkte. So steigt der ROAS, die neue Kollektion erhält aber möglicherweise nicht die nötige Sichtbarkeit für einen erfolgreichen Launch. Das Performance-Ziel ist erreicht, das Business-Ziel verfehlt. Hier sollte der Mensch entsprechende Leitplanken setzen und Zeit in die Verbindung von Geschäftszielen und Kampagnenarchitektur investieren. Experten entscheiden, welche Ziele gemeinsam optimiert und welche bewusst getrennt werden – etwa über individuelle Zielwerte oder Budgetlogiken.
  • 2. Ergebnisse besser verstehen: Je autonomer die Steuerung wird, desto wichtiger wird die Frage, warum KI bestimmte Entscheidungen trifft: Warum verschiebt die Plattform Budget zwischen Produkten? Weshalb verändert sich die Auslieferung? Für den Menschen beginnt hier die nächste Phase der Beratung. Es gilt, Kampagnenergebnisse einzuordnen, Plattform-Entscheidungen zu erklären und gemeinsam mit dem Werbungtreibenden die richtigen Schlüsse zu ziehen. Entscheidend ist, Ergebnisse nicht isoliert zu betrachten, sondern zu verstehen, warum sie zustande gekommen sind.
  • 3. Organisationsmodell anpassen: E-Commerce-Unternehmen haben die richtigen Menschen oft schon im Team. Menschen, die heute Kampagnen operativ steuern, bringen häufig bereits die Fähigkeiten mit, die den größten Unterschied machen. Sie kennen die Dynamiken der Technologie, verstehen die Auswirkungen von Kampagnensetups und können einordnen, warum Plattformen Entscheidungen treffen. Genau dieses Wissen gewinnt weiter an Bedeutung. Es wird seltener für operative Steuerung eingesetzt und häufiger für Kampagnenkonzeption, Ergebnisinterpretation und die strategische Beratung. Unternehmen sollten die Automatisierung durch KI deshalb als Anlass nutzen, ihr Organisationsmodell anzupassen.

Der Faktor Mensch bleibt erfolgsentscheidend

KI wird Kampagnen künftig operativ besser optimieren können als wir Menschen. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht dort, wo Menschen die richtigen Geschäftsziele definieren, Plattformen die passenden Leitplanken geben und Ergebnisse richtig einordnen. Erfolgreich werden deshalb die Unternehmen sein, die ihre Organisation frühzeitig anpassen und die vorhandene Expertise entsprechend einsetzen – und nicht die, mit der besten KI.

E-Commerce – Kampagnen – ROAS – KIJan Schmitz (Zalando)
ist , Co-Lableiter Retail Media x KI der Working Group Retail & Commerce Media Ecosystem im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Bildquelle: BVDW/Privat

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