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Opt-in-Fiasko beenden: So holt man das Maximum aus seiner Conversion-Rate

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Opt-in braucht das richtige Timing

Der richtige Zeitpunkt ist nicht der frühestmögliche, sondern der, in dem ein erstes Kundeninteresse erkennbar wird. Verbraucher brauchen zunächst Orientierung und ein Gefühl für den Markenkern und das Produktangebot.

Denn eine zentrale Erkenntnis und wichtig für alle Marketingverantwortliche ist: 50 Prozent stimmen dem Opt-in eher zu, nachdem sie sich zunächst ein wenig auf einer Webseite umgesehen haben.

Für Marketingverantwortliche bedeutet das: Der Opt-in sollte erst dann erscheinen, wenn Nutzer ein klares Signal senden. Das kann sich zum Beispiel im Scroll-Verhalten zeigen, im Besuch mehrerer Produktseiten oder in wiederholten Interaktionen mit einem bestimmten Angebot.

Ohne Vertrauen kein Opt-In

Doch das Timing allein reicht nicht aus. Selbst der bestplatzierte Opt-in bleibt wirkungslos, wenn Verbraucher sich nicht sicher sind, ob Unternehmen verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Entscheidend für eine erfolgreiche erste Ansprache und den Opt-in ist daher vor allem eines: das Vertrauen potenzieller Kunden in die Marke.

Und hier gibt es noch viel Luft nach oben, wie die Daten zeigen: Nur knapp ein Drittel (31 Prozent) der Verbraucher gehen international davon aus, dass Unternehmen Datenschutzvorgaben tatsächlich einhalten. 13 Prozent rechnen sogar damit, dass ihre Daten nicht verantwortungsvoll genutzt werden. Ein deutliches Warnsignal, Vertrauen nicht länger als Nebensache zu behandeln.

Vertrauen entsteht nämlich nicht durch bloße Versprechen, sondern durch Transparenz und nachvollziehbare Kriterien. Dazu gehören echte und authentische Kundenbewertungen, ein professionelles und kreatives Erscheinungsbild der Website und transparente Informationen zum Umgang mit Daten. Bereits kurze, nicht im Kleingedruckten versteckte Hinweise, etwa wofür die Daten genutzt werden und dass eine Abmeldung jederzeit möglich ist, tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen. Diese kleinen Stellschrauben, wie die einfache Möglichkeit zur Abmeldung, sorgen schon dafür, dass sich 57 Prozent mit einer Marke wohler fühlen.

Weniger ist mehr

Selbst wenn das Timing passt und Kunden einer Marke grundsätzlich vertrauen, scheitert der Opt-in häufig an einem dritten Faktor: der grundsätzlichen Nutzerzurückhaltung bei der Datenweitergabe.

Wer kennt es nicht aus dem Alltag: Man möchte sich eigentlich nur kurz auf einer Webseite orientieren und landet direkt in einem Formular mit mehreren Pflichtfeldern, oft inklusive Telefonnummer.

Das wirkt unnötig aufwendig und wirft Fragen auf: Wofür werden diese Daten jetzt schon benötigt? Viele Verbraucher befürchten, dass zusätzliche Angaben auch zu mehr Werbung oder sogar unerwünschten Anrufen führen. Entsprechend zurückhaltend sind sie bei der Datenweitergabe.

Ohne gewachsene Beziehung fehlt daher die Bereitschaft, sensible Daten preiszugeben. Entsprechend zeigt der Report: Die meisten Nutzer möchten bei Opt-in-Formularen nur ein bis zwei Felder ausfüllen. Dennoch fragen 65 Prozent der Pop-ups nach einer Telefonnummer, während nur 28 Prozent der Nutzer bereit sind, diese anzugeben. Für Marketingverantwortliche bedeutet das, zunächst nur die unbedingt notwendigen Daten abzufragen und weitere Informationen erst später gezielt und kontextbezogen zu ergänzen.

Auch nach dem Opt-in zählt: Qualität vor Quantität

Auch nach dem Opt-in entscheidet sich, ob aus einer einmaligen Zustimmung eine langfristige Kundenbeziehung entsteht. Denn der Opt-in ist nur der erste Schritt. Wer anschließend zu häufig oder an den Interessen der Kunden vorbei kommuniziert, verspielt das gewonnene Vertrauen schnell und gewinnt es danach in den meisten Fällen nur schwer zurück.

Die Zahlen zeigen, wie sensibel dieser Moment ist: 68 Prozent der Verbraucher melden sich ab, weil sie zu viele Nachrichten erhalten, 53 Prozent aufgrund irrelevanter Inhalte. Umgekehrt bleiben 56 Prozent einer Marke treu, wenn sie Inhalte als wertvoll empfinden, und 40 Prozent bei einer angemessenen Versandfrequenz. Gleichzeitig erwarten 74 Prozent der Nutzer, nicht mehr als zwei Nachrichten pro Woche zu erhalten.

Umso wichtiger ist es, Kommunikation konsequent an den Erwartungen der Nutzer auszurichten und Qualität klar vor Quantität zu stellen.

Fazit: Der Opt-in legt den Grundstein für langfristige Kundenbeziehungen

Der Opt-in ist kein isolierter Mechanismus zur Gewinnung von Kundendaten, sondern der Moment, in dem Kunden einer Marke zum ersten Mal Vertrauen schenken. Gerade im Umfeld von KI-generierten Content und wachsender Konkurrenz um Aufmerksamkeit wird Vertrauen zur zentralen Währung.

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Entscheidend sind dabei drei Faktoren: der richtige Zeitpunkt, ein vertrauenswürdiger Umgang mit den Daten und ein möglichst unkomplizierter Einstieg. Unternehmen, die Geduld haben und den Opt-in erst bei erkennbarem Interesse platzieren, klar kommunizieren, wie Daten genutzt werden, und zunächst nur die nötigsten Informationen abfragen, schaffen die Grundlage für erfolgreiche Anmeldungen.

Marketer sollten den Opt-in dabei bewusst als Startpunkt für eine langfristige Kundenbeziehung nutzen. So gewinnen sie nicht nur mehr Zustimmung, sondern schaffen auch die Grundlage dafür, dass Kunden gerne wiederkommen.

E-Mail – Opt-in – Newsletter – E-Commerce Franz Riedl
ist Head of DACH bei Intuit Mailchimp.

Bildquelle: Intuit Mailchimp