Smart Warehousing

Peak Season ohne Panik: Warehouse Management, das dein Lager auf Knopfdruck skaliert

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Pickware AI, dialogfähiges Lager & Zukunft des Handels

Für welche Händlergrößen ist Pickware geeignet?

Samuel Vogel: Unser kleinstes Paket startet bei 99 Euro im Monat. Richtig Spaß macht das System ab etwa einer Million Euro Umsatz. Viele unserer Kunden liegen zwischen fünf und 20 Millionen, wir haben aber auch Händler mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz im Portfolio. Der Skalierung sind im Grunde keine Grenzen gesetzt. Genau das loben viele unserer Händler: Das System wächst mit, legt ihnen kein Korsett an und behindert sie nicht in ihrem Wachstum.

Vor wenigen Wochen habt ihr „Pickware AI" gelauncht. Was steckt dahinter?

Samuel Vogel: Mit Pickware AI können Händler zum allerersten Mal direkt mit ihrem Lager sprechen. Sie können Workflows automatisieren und Befehle geben wie: „Bestelle bitte das Gleiche noch einmal nach, was ich letzte Woche beim Lieferanten geordert habe" – und schon erhalten sie einen Bestellvorschlag. Oder sie sagen: „Gib mir eine Analyse der Bestellungen der letzten 30 Tage." Pickware AI schaut hinein und Händler können daraus ableiten, ob sie einem Kundensegment beispielsweise einen Rabattcode zuschicken möchten. Wir haben außerdem MCP-Server angebunden, mit denen sie über Pickware AI ganz andere Workflows bedienen können – etwa Kundenlisten aus dem ERP ans CRM übergeben und automatisch Rabattcodes versenden. Was vorher viele manuelle Klicks erforderte, lässt sich jetzt per Sprach- oder Text-Eingabe lösen.

Du sprichst hier von einem dialogfähigen Lager. Wie weit geht das?

Samuel Vogel: Das ist der entscheidende Punkt: Händler können jetzt nicht nur mit ihrem Lager sprechen, sondern das Lager antwortet auch. Damit gehen wir klar in Richtung agentische Systeme. Das ist besonders wirkungsvoll in der Peak-Season. Ein Beispiel: Vorne in der A-Fläche, da wo die Renner liegen, sind zwei oder drei Lagerplätze leergelaufen. Pickware AI meldet sich dann von selbst: „Pass auf, damit deine Pickzeiten weiter eingehalten werden, solltest du das schnell auffüllen – ich schlage dir folgende Produkte vor, weil das die aktuellen Renner der letzten Woche sind." So gibt das Lager aktiv Feedback und sorgt dafür, dass Händler jederzeit optimal arbeiten.

Stichwort Peak Season – viele Lager kommen dann an ihre Grenzen. Wie löst ihr das?

Samuel Vogel: Der große Vorteil ist unsere Picking-Performance und die einfache Bedienung über das iPhone. Händler können ungelernte Hilfskräfte zwei oder drei Tage vor der Peak Season ins Lager holen, ihnen ein kurzes Intro geben – und nach wenigen Minuten sind sie ready to go. Die Lösung ist so benutzergeführt aufgebaut, dass die Mitarbeiter im Grunde nichts falsch machen können. So verdoppeln Unternehmen Ihre Pickkapazität kurzfristig und stemmen erhöhte Bestellvolumina, ohne lange Trainingszeiten einplanen zu müssen.

GLOSSAR

ERP (Enterprise Resource Planning): Software zur Steuerung zentraler Geschäftsprozesse wie Einkauf, Warenwirtschaft, Buchhaltung und Vertrieb.

WMS (Warehouse Management System): Spezialsoftware zur Steuerung und Optimierung von Lagerprozessen – etwa Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Versand.

MCP-Server (Model Context Protocol): Schnittstellen-Standard, über den KI-Modelle strukturiert auf externe Tools, Datenbanken und Workflows zugreifen können. Ermöglicht unter anderem die Anbindung von CRM-, ERP- und Mailing-Systemen an KI-Agenten.

Agentische KI / KI-Agenten: KI-Systeme, die nicht nur auf Eingaben reagieren, sondern proaktiv handeln, Aufgaben eigenständig ausführen und Vorschläge generieren.

A-Fläche (A/B/C-Zonen): Lagerbereich für Schnelldreher („Renner") in unmittelbarer Pick-Nähe, um Laufwege zu minimieren.

Peak Season: Umsatzstarke Phasen wie Black Friday, Cyber Week oder Weihnachtsgeschäft mit deutlich erhöhtem Versandvolumen.

Same-Day-Shipping: Versandart, bei der Bestellungen noch am Tag der Bestellung an den Logistikdienstleister übergeben werden.

Sync-Probleme: Synchronisationsfehler zwischen Shopsystem und Lagerbestand, die zu Überverkäufen oder falschen Bestandsanzeigen führen.

Wie blickst du auf die Zukunft des Handels – gerade jetzt, da KI immer stärker Einzug hält?

Samuel Vogel: Die wirtschaftliche Lage ist herausfordernd. Im E-Commerce gibt es klare Gewinner und Verlierer, und der Rückenwind der vergangenen Jahre ist weg. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Eine Zeit lang reichte ein bisschen Glück, um schnell erfolgreich zu sein – das funktioniert heute nicht mehr. Onlinehändler brauchen professionelle Prozesse, solide Lösungen und müssen ihren Cashflow im Griff haben. Wenn der nächste Wachstumsschritt zwei oder drei Monate länger dauert als geplant, müssen sie überlebensfähig bleiben. Wer nicht solide wirtschaftet, hat es schwer.

Welche Tipps gibst du Händlern, die ihr Lager selbst konzipieren?

Samuel Vogel: Erstens: Sprechen Sie mit uns – wir haben einen sehr eleganten Beratungsprozess. Zweitens: Achten Sie auf eine gute Verkehrsanbindung. Wenn Sie skalieren wollen, sollten Sie nicht im dritten Hinterhof landen, wo kein Spediteur mehr hinfahren will. Drittens: Planen Sie von Anfang an Erweiterungsflächen ein – je nach Skalierungsfaktor. Und viertens, mein persönliches Steckenpferd: Arbeiten Sie nicht mit Papier. Papier ist geduldig, aber Sie haben null Insights. Sie wissen nicht, was in Ihrem Lager wirklich passiert, welche Ware wo liegt, was gut läuft und wo Optimierungspotenzial schlummert. Sie brauchen heute ein digitales System, um im Marktvergleich bestehen zu können, Same-Day-Versand zu garantieren und Fehler zu vermeiden.

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