ECommerce Masterminds Podcast

Black Friday: Warum Umsatz kein Selbstläufer ist

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KI kauft ein, Such- und Empfehlungssysteme & Black Friday von morgen

Viele Händler nutzen nur einen Teil ihrer E-Commerce-Plattform. Welche Shopify-Funktionen lohnen sich für die Vorbereitung?

Fabian Müssig: Kurz vor Black Friday sollte niemand alles neu erfinden. Ich würde drei Bereiche prüfen: Daten, Kundenansprache und Automatisierung. Shopify-Berichte helfen, Bestseller und Ladenhüter zu erkennen, Vorjahresleistung auszuwerten und Lagerbestände zu prüfen. So können Händler entscheiden, was sie rabattieren und ob sie noch Ware nachbestellen sollten. Mit Shopify Messaging können Händler Stammkunden früher Zugang zu Angeboten geben oder Warenkorbabbrecher automatisiert ansprechen. Shopify Flow automatisiert wiederkehrende Abläufe im Shop und zwischen Apps. Prüfen Sie, welche Handgriffe Ihr Team ständig wiederholt und was sich automatisieren lässt.

Auch Sidekick kann helfen. Der KI-Assistent arbeitet im Kontext des jeweiligen Shops. Händler können ihn in natürlicher Sprache nach Berichten fragen, etwa welche Produkte gut liefen. Sidekick kann auch Aufgaben vorbereiten, zum Beispiel Rabattcodes einrichten. Änderungen lassen sich vor der Veröffentlichung prüfen.

Wie weit sind Konsumenten inzwischen bereit, den Einkauf einer KI zu überlassen?

Fabian Müssig: Laut Report sind 73 Prozent bereit, KI beim Einkauf zu nutzen. 49 Prozent würden Produktempfehlungen annehmen, 36 Prozent könnten sich einen von KI zusammengestellten Warenkorb vorstellen. 28 Prozent würden der KI sogar den gesamten Kauf anvertrauen. Viele nutzen sie zunächst als Einkaufsberater – für Produktauswahl und Preisvergleiche, zum Zusammenfassen von Bewertungen oder zur Suche nach Rabatten.

GLOSSAR

Checkout: Der letzte Schritt im Onlinekauf, in dem Kunden ihre Bestellung prüfen, Zahlungs- und Versanddaten angeben und den Kauf abschließen.

Flash Sale: Eine zeitlich stark begrenzte Verkaufsaktion, die kurzfristig hohe Nachfrage auslösen kann.

Warenkorbabbrecher: Kunden, die Produkte in den Warenkorb legen, den Kauf aber nicht abschließen.

Strukturierte Produktdaten: Einheitlich aufgebaute Produktinformationen, etwa zu Preis, Verfügbarkeit, Varianten und Eigenschaften. Sie helfen Systemen, Produkte auszulesen und einzuordnen.

KI-gestützte Suche: Suche, bei der Nutzer ihren Bedarf in natürlicher Sprache beschreiben und KI passende Produkte oder Informationen vorschlägt.

Was müssen Händler nach Deiner Erfahrung tun, damit ihre Produkte in KI-gestützten Such- und Empfehlungssystemen auftauchen?

Fabian Müssig: KI kann nur empfehlen, was sie versteht. Produkte müssen deshalb auch für Systeme verständlich beschrieben sein. Bei klassischer Suchmaschinenoptimierung ging es unter anderem um Keywords und Ladezeiten. Bei KI-Suchen gewinnen Glaubwürdigkeit und strukturierte Produktdaten an Bedeutung. Kunden beschreiben ihren Bedarf oft ausführlich oder im Dialog. Gute Produktinformationen helfen Systemen, passende Angebote einzuordnen.

Shopify Catalog soll Produktinformationen für KI-gestützte Suche nutzbar machen. Händler sollten zuerst ihre wichtigsten Produkte prüfen: Stimmen Beschreibung, Preis, Verfügbarkeit und Varianten? Liegen die Angaben aktuell und strukturiert vor? Alles umzuwerfen ist nicht nötig. Strukturierte Produktdaten waren schon für Suchmaschinen wichtig und bleiben es auch für neue Suchwege.

Welche Chancen entstehen dadurch für kleinere und spezialisierte Marken?

Fabian Müssig: Eine KI kann Kunden zu passenden Nischenprodukten führen, die sie über klassische Suche vielleicht nicht entdeckt hätten. Das eröffnet kleineren Marken Chancen. Voraussetzung sind aktuelle Produktdaten, klar beschriebene Eigenschaften und ein verlässlicher Checkout. Neue Einkaufswege helfen nur, wenn Kunden das passende Produkt finden und den Kauf reibungslos abschließen können.

Zum Schluss ein kurzer Blick in die Zukunft: Wie wird Black Friday in den nächsten Jahren aussehen, und worauf sollten Händler sich heute einstellen?

Fabian Müssig: Der Einkauf wird noch häufiger als heute schon im Dialog mit KI beginnen. Kunden beschreiben, was sie suchen, und erwarten Vorschläge. Mit wachsendem Vertrauen werden sie zunehmend direkt aus solchen Gesprächen heraus einkaufen. Heute bereitet KI den Kauf oft vor; viele Kunden schließen ihn noch selbst ab und behalten so die Kontrolle. Händler sollten ihr Geschäft deshalb so aufstellen, dass ihre Produkte über neue Einkaufswege gefunden werden und der Kauf zuverlässig funktioniert. Dazu gehören aktuelle Produktdaten, klare Beschreibungen und ein leistungsfähiger Checkout. Diese Grundlagen sollten sie vor allem früh schaffen.

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