Verpackung auf Knopfdruck Weniger Wellpappe, mehr Tempo: Verpackungsautomatisierung bei Loewe Logistics

Ein Gastbeitrag von Daniel Padberg 5 min Lesedauer

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Wie Verpackungsautomatisierung Versandprozesse beschleunigt: Loewe Logistics fertigt Kartons passgenau nach Bedarf, spart bis zu 20 Prozent Wellpappe und bewältigt saisonale Spitzen mit weniger Personal.

(Bild:  Loewe Logistics)
(Bild: Loewe Logistics)

EXECUTIVE SUMMARY

Das Problem: Viele Kartonvarianten, aufwendige Packprozesse und zusätzlicher Personalbedarf in saisonalen Spitzen.

Die Kosten: Weniger Materialverbrauch, Lageraufwand und Packplätze senken den operativen Aufwand.

Der Hebel: Box-First- und Box-Last-Anlagen fertigen bedarfsgerechte Kartons automatisiert – passend zum Auftrag.

Das Risiko: Schwankende Mengen und langfristige Technikbindung. Das dreijährige Leasing hält Loewe Logistics bei der Verpackungsautomatisierung flexibel.

Wenn morgens um sechs Uhr die ersten Aufträge in der Versandabwicklung von Loewe Logistics eingehen, beginnt ein eng getakteter Arbeitstag. Statt mühsam den passenden Standardkarton auszuwählen, kommt die Verpackung exakt im benötigten Maß zum Auftrag – millimetergenau und vollautomatisch gefertigt. Was bei Loewe Logistics aus Herford und Bielefeld heute selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis einer Entwicklung, die bereits 2017 begonnen hat.

Der Logistik- und Fulfillment-Dienstleister ist auf die Abwicklung komplexer E-Commerce- und Versandprozesse spezialisiert. Das Unternehmen übernimmt unter anderem Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand für Kunden mit sehr unterschiedlichen Sortimenten: vom riesigen Dauersortiment über wechselnde Merchandising-Artikel bis hin zu dynamischen Influencer-Shops. Im Schnitt verlassen täglich rund 4.500 Pakete das Lager. Etwa 2.000 bis 2.500 davon werden über On-Demand-Technologien verpackt. In saisonalen Spitzen klettert diese Zahl auf über 3.000 Sendungen.

Die wirtschaftliche Wirkung zeigt sich auch bei der Investition selbst. Die Anlagen werden im Leasingmodell über eine Laufzeit von drei Jahren eingesetzt.. Das Leasingmodell bietet den Vorteil, dass Anlagen regelmäßig ausgetauscht werden.

Daniel Padberg, Sales Director DACH bei Packsize

Box-First und Box-Last im Zusammenspiel

Seit 2017 setzt Loewe Logistics auf Verpackungsautomation von Packsize. So sind heute eine X5- und eine X7-Anlage im Einsatz, die beide maßgeblich den Takt im Pick-and-Pack-Prozess bestimmen. Dabei ergänzen sich beide: Die Box-First (X5)-Anlage fertigt den aufgerichteten, maßgeschneiderten Karton vorab. Dieser läuft auf das Förderband und wird an den Packstationen manuell oder teilautomatisiert mit den kommissionierten Waren befüllt. Ideal für komplexe Aufträge mit mehreren Artikeln. Bei hohen Volumina, Aktionsware oder Adventskalender-Peaks kommt das Box-Last (X7)-System nach der 3D-Vermessung der Ware zum Einsatz. Die Anlage faltet, schneidet und verklebt die Verpackung vollautomatisch direkt um das Produkt herum.

Für Loewe Logistics ist diese Kombination zu einem wichtigen Baustein geworden, um Wachstum und saisonale Schwankungen mit dem vorhandenen Team bewältigen zu können. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei den Packplätzen. Wo der Dienstleister früher in Spitzenzeiten acht bis zehn Packplätze vorhalten und teilweise doppelt besetzen musste, reichen heute drei spezialisierte Packplätze aus. Eine zusätzliche halbe Schicht bis in den Abend hinein ist vollständig entfallen. Der operative Versand wird inzwischen im Wesentlichen innerhalb einer Schicht von sechs bis 15 Uhr abgewickelt. Saisonal zusätzlich benötigte studentische oder Leiharbeitskräfte sind dank der höheren Leistung der automatisierten Verpackung nicht mehr erforderlich.

„Durch dieses Zusammenspiel haben wir den Arbeitsfluss enorm verbessert – plötzlich greift alles nahtlos ineinander“, erklärt Vanessa Krüger, Project Manager Logistics bei Loewe Logistics. Ein zentraler Effizienzhebel liegt im Lagerbestand des Verpackungsmaterials. Mussten früher für einen einzigen Kunden 25 verschiedene Standardkartons bevorratet, nachbestellt und umständlich gegriffen werden, arbeitet Loewe Logistics heute mit zickzackgefalteter Endlos-Wellpappe in nur fünf Breiten, 41, 55, 69, 90 und 93 cm.

Weniger Kartonvarianten bedeuten direkte Einsparungen

Die Anlage fertigt aus der Endloswellpappe die jeweils passende Verpackung erst dann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. „Das hat sich als wichtiger Effizienzhebel erwiesen“, sagt Krüger. Weniger Kartonvarianten bedeuten weniger Wareneingänge, Buchungen, Prüfungen und Bestandsverwaltung und damit eingesparte Arbeitszeit für die Mitarbeiter sowie weniger Palettenstellplätze. 

Auch beim Materialeinsatz bietet die automatisierte Verpackung Vorteile. Bei der Umstellung von Standardkartonagen auf On-Demand für ihren langjährigen Kunden Lufthansa, konnte Loewe Logistics den Wellpappenverbrauch nach eigenen Angaben um rund 20 Prozent reduzieren und gleichzeitig den Leerraum in den Paketen um etwa 40 Prozent verringern. „Die geringe Verschnittrate der bedarfsgerecht produzierten Kartons trägt dazu bei, den Materialeinsatz auch bei stark wechselnden Sortimenten effizient zu halten“, lobt die Projektmanagerin. Das ist für Loewe Logistics entscheidend. Denn der Dienstleister versorgt unter anderem Endkunden mit hochwertigen Konsumgütern, Bonusprogramm-Artikeln und Merchandise-Produkten wie Pullover oder Bücher. 

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Mit der Box-Last-Anlage konnte Loewe Logistics gezielt die Leistungsfähigkeit in saisonalen Spitzen ausbauen. „Wir haben sie vor dem Weihnachtsgeschäft angeschafft, um zusätzliche Auftragswellen wie Black Friday, Sales-Aktionen oder den Versand von Adventskalendern abzufangen“, erzählt Krüger. Auch größere Mengen identischer Aufträge lassen sich damit effizient verarbeiten. Statt dafür wieder eine zweite Schicht oder zusätzliches Personal aufzubauen, kann Loewe Logistics die Kapazität der Maschinen nutzen. 

Die wirtschaftliche Wirkung zeigt sich auch bei der Investition selbst. Die Anlagen werden im Leasingmodell über eine Laufzeit von drei Jahren eingesetzt. Für Loewe Logistics passt dieses Modell gut zum eigenen Geschäftsmodell, da auch viele Kundenverträge eine vergleichbare Laufzeit haben. Das Leasingmodell bietet den Vorteil, dass Anlagen regelmäßig ausgetauscht werden. So kann Loewe Logistics auf neue Anforderungen reagieren, ohne langfristig an eine bestimmte technische Ausstattung gebunden zu sein. Neue Geschäftsmodelle wie Social-Commerce oder Creator-Shops, über die Influencer, Streamer, YouTuber und Content Creator ihre eigenen Produkte direkt an ihre Community verkaufen, lassen sich schnell integrieren.

Die 5 wichtigsten Vorteile der Strategie von Loewe Logistics

> Einsparung beim Materialverbrauch

> 40 Prozent weniger Transportvolumen durch passgenaue Zuschnitte

> Schichtreduktion: Erfassung des Tagesvolumens in einer Schicht

> Keine Leiharbeiter bei saisonalen Spitzen

> Arbeitserleichterung für Mitarbeiter

Verpackungsautomatisierung sorgt auch für Ergonomie am Arbeitsplatz

Die Automatisierung erleichtert auch die tägliche Arbeit der Mitarbeiter. Die Kartonage wird direkt zum Arbeitsplatz gefördert und kommt in Arbeitshöhe an. Das reduziert nicht nur Such- und Vorbereitungszeiten, sondern auch das Heben und Bücken. Mitarbeiter müssen weder entscheiden, welcher Karton zum jeweiligen Artikel passt, noch Kartons aufrichten, mit Füllmaterial ausstatten und anschließend verschließen. Die Einarbeitung neuer Kräfte fällt entsprechend kurz aus.

Gleichzeitig konnte Füllmaterial eingespart werden. „Wir versuchen, wo es möglich ist, Material- und Ressourcenverbrauch entlang der eigenen Prozesse zu reduzieren“, erläutert die Projektmanagerin. Durch die bedarfsgerechte Fertigung entfällt die Notwendigkeit, große Mengen unterschiedlichster Kartons auf Vorrat zu halten. Gleichzeitig konnte Füllmaterial eingespart werden.

Damit ist das Unternehmen auch für die seit August 2026 anzuwendende EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gut aufgestellt, denn deren Anforderungen an die Reduzierung von Verpackungsvolumen und Leerraum werden durch die bedarfsgerechte Kartonfertigung bereits unmittelbar unterstützt. 

Automatisierte VerpackungDaniel Padberg
ist Sales Director DACH bei Packsize.

Bildquelle: Packsize