ECommerce Masterminds Podcast

Agentic Composable B2B-Commerce: Schnell, sicher, souverän

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Cloud-native Architekturen, SaaS und künstliche Intelligenz

Intershop hat die Plattform konsequent in Richtung Cloud und API‑first weiterentwickelt. Welche Vorteile bringt die Cloud‑native Architektur?

Tobias Giese: Sie ist die Grundlage für Geschwindigkeit, Elastizität und Resilienz. Technologien wie Docker und Kubernetes sind etabliert, Partner und Kunden kennen sie. Systeme „atmen“ mit: Hochskalieren bei Produktimporten, Kampagnen oder Lastspitzen – und wieder herunterfahren, wenn es ruhiger wird. Das verbessert die Performance, senkt Kosten und unterstützt Nachhaltigkeitsziele. Gleichzeitig bleibt man wandelrobust: Neue Regularien, Partner oder Geschäftsmodelle lassen sich schneller abbilden.

Wie sieht das SaaS-/Cloud‑Betriebsmodell aus – insbesondere zu Security, Hosting und digitaler Souveränität in DACH?

Tobias Giese: Wir liefern ein Platform‑as‑a‑Service‑Modell mit hohem Vorfertigungsgrad, betrieben auf einem Hyperscaler‑Stack wie Microsoft Azure. So können wir global ausrollen und zugleich DSGVO‑konforme Optionen in EU‑ oder deutschen Rechenzentren anbieten. Sicherheit ist mehrschichtig organisiert – von gehärteten Containern über Verschlüsselung bis zu kontinuierlichem Patching. Digitale Souveränität ist in immer mehr Projekten ein Kernthema: Kunden fordern klare Datenflüsse, Audit‑Fähigkeiten und Wahlmöglichkeiten bei Hosting‑Standorten und Schlüsselverwaltung.

Die Online‑Plattform wird zum 24/7‑Enabler. Leads, Bestellungen und Anfragen laufen kontinuierlich ein, Self‑Services entlasten – etwa Budget‑ und Einkaufsverwaltung oder Wiederbestellvorlagen. Außendienst und Service konzentrieren sich auf beratungsintensive Aufgaben, komplexe Projekte und langfristige Verträge. Das erhöht die Qualität der Kundenbeziehung und die Wertschöpfung pro Kontakt.

Tobias Giese, Executive Vice President Customer Lifecycle bei Intershop

Kommen wir zu einem Thema, das derzeit in aller Munde ist: KI. Wo siehst Du die größten realistischen Anwendungsfelder – und wie integriert Intershop diese?

Tobias Giese: Der Markt wechselt vom Experiment in die ROI‑Phase. Wir setzen auf „Practical AI“ und zwei Produktkategorien. Erstens KI‑Agenten, die Ende‑zu‑Ende‑Aufgaben erledigen. Ein Beispiel ist der Product Content Agent: Er konsolidiert Lieferantendaten, ergänzt Informationen und optimiert Inhalte für die Zielgruppen des Großhändlers. Zweitens Co‑Piloten als Interface: Für B2B‑Käufer unterstützen sie Produktsuche und Navigation. Neu ist der Co‑Pilot für E‑Commerce‑Manager: Er beantwortet in natürlicher Sprache Fragen zu Sortiment, Performance oder Kampagnen und stößt Konfigurationen an – ohne durch komplexe Backoffice‑Masken zu navigieren.

Welche Funktionen sind heute schon verfügbar – und was kommt als Nächstes?

Tobias Giese: Bereits nutzbar sind KI‑gestützte Suche, Empfehlungen und Personalisierung sowie komfortable Bestellfunktionen wie Vergleiche, Wiederbestellungen und Templates. In Arbeit sind After‑Sales‑Agenten, die installierte Maschinen, Regionen, Projekte und verbauten Komponenten kennen und proaktiv passende Ersatzteile vorschlagen. Ziel ist ein Multi‑Agenten‑System, das über unsere APIs auch kundenseitige Agenten einbindet.

Wie differenziert sich Intershop im Wettbewerb gegenüber SAP, Salesforce oder commercetools – gerade beim Thema KI?

Tobias Giese: Mit einem iterativen, anwendungsfallorientierten Ansatz. Viele Agenten entstehen aus konkreten Kundenprojekten und sind sofort einsatzfähig. Unser Co‑Pilot für Käufer ist bereits produktiv im Einsatz und liefert messbaren Mehrwert. Statt eines abstrakten „AI‑Layers“ bieten wir vorgefertigte Use Cases, kombinierbar über API‑first – schnell startklar, erweiterbar und nah am tatsächlichen Bedarf.

Und noch ein kleiner Blick in die Zukunft: Welche Schwerpunkte stehen 2026 auf der Roadmap – und welche Rolle spielt dabei das Thema Nachhaltigkeit?

Tobias Giese: Wir erweitern das Agenten‑Portfolio, insbesondere für After Sales: von Ersatzteil‑Empfehlungen über CO2‑optimierte Lieferungen bis zur Planung von Servicerouten. Nachhaltigkeit wird funktional sichtbar – etwa durch Attribute zu CO2‑Werten pro Produkt und Bestellung oder durch „grünere“ Versandoptionen. So verbindet sich operative Effizienz mit verantwortungsbewusstem Handeln entlang der Lieferkette.

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