Leading Ecommerce Brands Socken, Sichtbarkeit, Skalierung: Wie Snocks das D2C-Playbook neu schrieb

Von Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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Was 2016 mit dem Verkauf einfacher Socken auf Amazon beginnt, entwickelt sich zu einer der sichtbarsten D2C-Marken im deutschen E-Commerce. 2025 knackte Snocks die 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke.

(Bild:  Snocks)
(Bild: Snocks)

DARUM GEHT'S

Problemgetriebene Produktidee von Snocks: Aus einem konkreten Alltagsproblem (fehlende passende Sneaker-Socken) entsteht ein klar fokussiertes Startprodukt mit hoher Nachfrage und einfacher Online-Vermarktbarkeit.

Amazon als Wachstumsmotor: Der Einstieg über Amazon FBA ermöglicht schnellen Marktzugang, frühes Kunden-Feedback und liefert den Proof of Concept bei minimalem Startkapital.

Strategischer Wechsel zu D2C:Mit dem Aufbau eines eigenen Shopify-Stores löst sich Snocks von der Plattformabhängigkeit und gewinnt Kontrolle über Marge, Marke und Kundenbeziehungen.

Marketing- und Markenfokus als Skalierungstreiber: Influencer-, Performance- und Lifecycle-Marketing sowie die Anti-Loch-Garantie stärken Vertrauen, steigern Kundenbindung und treiben nachhaltiges Wachstum.

Als die Cousins Johannes Kliesch und Felix Bauer 2026 Snocks gründeten, steht kein abstraktes Geschäftsmodell auf dem Papier, sondern ein sehr konkretes Alltagsproblem im Raum. Johannes ist damals begeisterter Sneaker-Fan, hat aber große Probleme, die passenden Socken zu finden. Preiswert, hochwertig und stylisch sollen sie sein. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entsteht die Idee, sich zunächst auf genau dieses Produkt zu konzentrieren – gute Sneaker-Socken. Ein Produkt, das regelmäßig nachgefragt wird und sich ohne große Erklärung online verkaufen lässt. Mit der Zeit erweitert das stetig wachsende Team um Kliesch und Bauer das Sortiment konsequent. Es umfasst heute neben Socken auch Unterwäsche für Damen und Herren sowie weitere Basics wie Sportbekleidung.

Schon früh identifiziert Snocks Influencer-Marketing als zentralen Wachstumstreiber und baut über die Zeit ein eigenes Team auf, um passende Kooperationspartner zu finden und Beziehungen zu pflegen. Parallel sorgt intensives Performance-Marketing auf Facebook und Instagram in kurzer Zeit für starke Reichweite und hohe Conversion-Rates.

Heiner Sieger, Chefredakteur e-commerce magazin

Den Cousins ist damals schnell klar, dass der Vertrieb über Amazon starten soll. Sie sind zu diesem Zeitpunkt noch Studenten und haben ein kleines Startkapital von 4.000 Euro – da kommt das Amazon-FBA-Modell wie gerufen. Damit können die beiden ihre Produkte schnell verfügbar machen und die Nachfrage unmittelbar testen. Für das junge Unternehmen wird der Marktplatz nicht nur zum ersten Verkaufskanal, sondern auch zu einem wichtigen Instrument zur Schärfung des Produkts und zur Positionierung am Markt. Ein ausgearbeiteter Businessplan existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wohl aber bereits die Haltung „Why not?“, die in den ersten Jahren zum Marken-Slogan wird. Diese Unbekümmertheit zahlt sich aus: Bereits im ersten Jahr verbucht Snocks über 10.000 Euro Umsatz. Damit ist der „Proof of Concept“ erbracht und das Fundament für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt.

Vom Marktplatz zur Marke 

Der entscheidende Wendepunkt in der Unternehmenshistorie erfolgt 2018. Während das Amazon-Geschäft floriert, erkennen die Gründer die strategische Gefahr der Plattformabhängigkeit. Sie forcieren den Aufbau eines eigenen Shopify-Stores: Ein Schritt, der den Übergang vom reinen Marktplatz-Händler zur eigenständigen Brand markiert. War Amazon der  Wachstumsmotor der ersten Stunde, wird der eigene Onlineshop (D2C) nun zum Herzstück für Marge und Kundenbeziehung. Durch den Aufbau eines E-Mail-Newsletters verlagert sich auch das Marketing auf direkte Kommunikation und bietet damit mehr Kontrolle über die Markenwahrnehmung. 

Johannes Kliesch, Mitgründer und CEO von Snocks: Er startete das Unternehmen 2016 mit seinem Cousin Felix Bauer und 4.000 Euro Startkapital und führte es zu einer profitablen Basics-Marke mit über 80 Millionen Euro Umsatz.(Bild:  Snocks)
Johannes Kliesch, Mitgründer und CEO von Snocks: Er startete das Unternehmen 2016 mit seinem Cousin Felix Bauer und 4.000 Euro Startkapital und führte es zu einer profitablen Basics-Marke mit über 80 Millionen Euro Umsatz.
(Bild: Snocks)

Finanziert wird dieser Wandel durch einen 250.000-Euro Förderkredit, der die Gründer bewusst unter Zugzwang setzt – das Investment in die Unabhängigkeit muss sich rentieren, Scheitern ist keine Option.

Parallel zum Aufbau des eigenen Shops wird 2019 ein Erfolgsjahr: Snocks wird als „Amazon Händler des Jahres“ aus gezeichnet. Doch auch intern stellen die Gründer bereits die Weichen für Skalierung. Rehan Choudhry, der 2019 im Team Finance startet, übernimmt zunehmend Verantwortung und führt das Unternehmen heute gemeinsam mit Johannes Kliesch als Co-CEO, während sich Mitgründer Felix Bauer aus dem operativen Geschäft zurückzieht.

Bis 2022 wächst das Unternehmen bootstrapped auf 60 Mitarbeiter, ehe mit Cathay Capital erstmals ein externer Investor einsteigt. Das zweistellige Millionen-Investment und die Aufnahme der Gründer in die „Forbes 30 Under 30“-Liste markieren den endgültigen Aufstieg zum deutschen Ecom-Vorzeige Start-up. Mit dem frischen Kapital treibt Snocks die Internationalisierung voran. Das Zusammenspiel aus globaler Expansion, einer geschärften Markenstrategie und operativer Exzellenz, gipfelt 2025 dann im erstmaligen Durchbrechen der 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke.

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