Kaufentscheidungen strategisch beeinflussen

So nutzt der E-Commerce Geschenkkarten als Umsatzhebel

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Konkrete Einsatzmöglichkeiten im E-Commerce

Aus dieser Wirkungslogik ergeben sich mehrere Anwendungsfelder für Onlinehändler:

1. Conversion-Optimierung: Durch die veränderte Preiswahrnehmung sinkt die Kaufbarriere, ohne dass zusätzliche Rabattmechaniken oder Margeneinbußen nötig sind. Händler können diesen Effekt im Check-out-Prozess nutzen, um Kaufabbrüche zu reduzieren.

2. Steigerung des Warenkorbwerts: Kunden entscheiden weniger preissensibel und sind eher bereit, höherwertige Produkte zu wählen. Der Effekt: Kunden orientieren sich stärker am Produktnutzen als am absoluten Preis, was sowohl die Kaufwahrscheinlichkeit als auch den durchschnittlichen Warenkorbwert erhöht.

3. Neukundengewinnung: Ein Teil der Käufe entsteht erst durch den Impuls der Geschenkkarte. Gerade bei Empfängern, die eine Marke bislang nicht oder selten genutzt haben, wirkt die Karte wie ein Türöffner.

4. Omnichannel-Verknüpfung: Geschenkkarten verknüpfen unterschiedliche Touchpoints, beispielsweise zwischen stationärem Handel und Onlineshop oder zwischen Schenkendem und Empfänger. Händler können die Karten sowohl im Laden als auch online prominent platzieren, um Kunden kanalübergreifend zu aktivieren.

5. Kundenbindung: Ihre Wirkung endet nicht mit der Einlösung, sondern beeinflusst auch die Wahrnehmung bei zukünftigen Kaufentscheidungen. Wer einmal positiv mit einer Marke über eine Geschenkkarten interagiert hat, nimmt sie in der Folge als relevanter wahr.

Ein Blick auf die Customer Journey zeigt, dass wichtige Impulse häufig außerhalb klassischer Kommunikationsmaßnahmen liegen. Es sind die Erlebnisse, die sich im Gedächtnis verankern und spätere Entscheidungen prägen.

Volker Patzak, Director Business Development DACH bei Epay

Warum dieser Hebel ohne zusätzliches Budget funktioniert

Im Gegensatz zu klassischer Werbung, die zunächst Kosten verursacht, kombinieren Geschenkkarten Umsatzgenerierung mit Markenaufbau.

Hinzu kommen positive Cashflow-Effekte, da der Kauf der Karte zeitlich vor ihrer Einlösung erfolgt, sowie der Breakage-Effekt: Ein Teil der Guthaben wird gar nicht oder nicht vollständig eingelöst.

Geschenkkarten erhöhen somit den Wirkungsgrad bestehender Marketingmaßnahmen, ohne dass zusätzliche Budgets erforderlich sind. Kommunikation, digitale Touchpoints sowie Produkt- und Serviceerlebnisse profitieren von der positiven Vorprägung.

Es geht nicht darum, zusätzliche Touchpoints zu schaffen, sondern vorhandene anders zu nutzen und strategisch einzuordnen.

FAQ: PREPAID-GESCHENKKARTEN

Warum wirken Geschenkkarten über den Kauf hinaus? 

Sie kommen nicht nur beim Bezahlvorgang zum Einsatz, sondern prägen das Markenerlebnis bereits im Vorfeld. Die Auswahl, der Besitz und die Einlösung bilden zusammen einen mehrstufigen Prozess, der die Wahrnehmung der Marke nachhaltig prägt.

Welche Rolle spielen Geschenkkarten für die Customer Journey?

Sie erweitern die Journey um zusätzliche Phasen und schaffen ein prägendes Erlebnis, das andere Touchpoints positiv beeinflusst. Anstelle eines punktuellen Kontakts entsteht ein längerer Entscheidungsprozess mit systemischer Wirkung.

Sind diese Effekte nur kurzfristig relevant?

Nein, denn die Wirkung zeigt sich auch in der späteren Wahrnehmung der Marke. Positive Erfahrungen übertragen sich auf nachfolgende Kontakte.

Funktioniert das auch im reinen Onlinehandel?

Ja. Auch digitale Geschenkkarten erzeugen vergleichbare Effekte, da der zugrunde liegende Mechanismus nicht an physische Formate gebunden ist.

Ersetzen Geschenkkarten klassische Marketing-Maßnahmen?

Nein, sie verstärken deren Wirkung. Andere Touchpoints werden durch die Vorprägung stärker wahrgenommen und positiver bewertet – sie wirken als Multiplikator im bestehenden Marketing-Mix.

Geschenkkarten-Fazit: Von der Zahlungsmittel-Logik zur strategischen Nutzung

Viele Marketingaktivitäten werden heute entlang klar definierter Kennzahlen gesteuert und optimiert. Das erhöht die Effizienz, löst aber nicht automatisch das Problem mangelnder Markenwirkung.

Ein Blick auf die Customer Journey zeigt, dass wichtige Impulse häufig außerhalb klassischer Kommunikationsmaßnahmen liegen. Es sind die Erlebnisse, die sich im Gedächtnis verankern und spätere Entscheidungen prägen.

Prepaid-Geschenkkarten sind ein Beispiel für einen solchen Touchpoint. Sie sind im Handel etabliert, werden aber meist unterschätzt – als Zahlungsmittel oder Verkaufsinstrument. Damit bleibt ein erheblicher Teil ihrer Wirkung ungenutzt.

Die Frage ist daher nicht, ob sie eingesetzt werden, sondern wie: isoliert als funktionales Element oder als bewusst gestalteter Touchpoint, der Markenkraft aufbaut und Kaufentscheidungen beeinflusst – bei gleichzeitiger Selbstfinanzierung.

Für den E-Commerce bedeutet das: Nicht zusätzliche Budgets entscheiden über die Wirkung, sondern die gezielte Orchestrierung von Touchpoints. Diese sollten nicht nur die Nachfrage bedienen, sondern sie auch aktiv mitgestalten.

Prepaid-GeschenkkartenVolker Patzak
ist Director Business Development DACH bei Epay.

Bildquelle: Epay

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