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Infrastruktur-Strategie: Warum Effizienz das neue Marketing ist

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Ladenhüter, Technikfehler & Profitabilität auf Augenhöhe mit den Giganten

Wie verhindert eure Technik, dass Kapital in Ladenhütern gebunden wird oder Verkäufe wegen falscher Bestände storniert werden müssen?

David Pohlmann: Im Lager gebundenes Kapital ist totes Kapital. Hier greifen Billbee und VentoryOne perfekt ineinander. Billbee übernimmt die Echtzeit-Synchronisation. Wenn ein Artikel auf Amazon verkauft wird, muss der Bestand auf allen anderen Kanälen sofort angepasst werden. Wer hier auf manuelle Updates setzt, produziert zwangsläufig Überverkäufe, was direkt Geld kostet und das Marktplatz-Ranking zerstört. VentoryOne blickt tief in die Beschaffungsplanung, analysiert saisonale Trends und berücksichtigt globale Lieferzeiten. Das Ziel ist eine Just-in-time-Logik: Den „Out-of-Stock“-Zustand vermeiden, ohne die Liquidität durch überfüllte Lager zu belasten. Wir sorgen dafür, dass nur das Kapital im Lager gebunden ist, das auch zeitnah wieder zu Umsatz wird.

Der eigentliche Business Case für die Profitabilität lautet: Skalierbarkeit durch Software-Exzellenz. Wir adressieren die ‚Bread and Butter‘-Prozesse, damit der Mensch nur noch bei Ausnahmen steuernd eingreifen muss. Wer hier zögert, lässt seine Marge durch steigende Lohnkosten bei gleichzeitig wachsender Ineffizienz systematisch auffressen.

David Pohlmann, CEO von comrce

Welchen strategischen Fehler machen Chefs beim Thema Technik am häufigsten, der sie am Ende bares Geld kostet?

David Pohlmann: Der gravierendste Fehler ist das Aufschieben von Infrastruktur-Entscheidungen aus Angst vor dem Umstellungsaufwand. In dieser Zeit wächst die Tech-Schuld massiv an. Man baut instabile Workarounds, frustriert fähige Mitarbeiter durch manuelle Arbeit und verliert durch Systemfehler täglich Marge. E-Commerce ist heute zur Hälfte ein Technologie-Business. Wer technische Schulden ignoriert, zahlt dafür einen Zins in Form von Ineffizienz und sinkenden Gewinnen. Mein Rat an Geschäftsführer: Habt den Mut zu zügigen Entscheidungen. Die Kosten für eine neue Infrastruktur sind meist deutlich geringer als der tägliche Verlust durch veraltete, manuelle Prozesse. Profitabilität beginnt mit der Entscheidung für ein gesundes technisches Fundament.

Service: Die Checkliste von Comrce

Ist Ihr Backend bereit für den 200-Bestellungen-Kipppunkt?

Fünf strategische Fragen, mit denen Verantwortliche für den Onlinehandel die Skalierfähigkeit ihrer Infrastruktur prüfen können:

  • 1. Der manuelle Belastungstest: Steigt bei einer Verdopplung Ihres Bestellvolumens die Fehlerquote im Backoffice überproportional an, oder verarbeitet Ihr System die Laststeigerung ohne personellen Mehraufwand?

  • 2. Die Architektur-Falle: Nutzen Sie eine starre „All-in-one“-Suite, die Innovationen blockiert, oder erlaubt Ihr modularer Software-Stack den Austausch einzelner Komponenten (zum Beispiel ERP, PIM, WMS) innerhalb weniger Tage?

  • 3. Die Margen-Transparenz: Kennen Sie Ihre realen Prozesskosten pro Paket (Order-to-Cash), oder versickert der durch das Marketing teuer erkaufte Gewinn in ungesteuerten Korrektur-Schleifen im Lager und Versand?

  • 4. Die API-Bilanz: Sind Ihre Produktdaten und Bestände über Echtzeit-Schnittstellen so strukturiert, dass sie 2026 bereits für externe Plattformen und Marktplätze „maschinenlesbar“ und damit vollautomatisch abrufbar sind?

  • 5. Der Agent-Ready-Check: Wäre Ihr Shop heute technisch in der Lage, eine Bestellung eines autonomen KI-Agenten (Kauf-Bot) ohne menschliche Interaktion am Frontend korrekt zu verarbeiten?

Wird die Technik in Zukunft so effizient sein, dass KMU bei der Profitabilität auf Augenhöhe mit den Giganten agieren können?

David Pohlmann: Ich bin überzeugt, dass die Technik den Mittelstand befähigen wird. Wir steuern auf die Ära des Agentic Commerce zu. Bis 2030 werden sich Kaufentscheidungen drastisch verändern. Konsumenten werden KI-Agenten beauftragen: „Besorge mir das beste Produkt zu diesen Parametern.“ Der Agent entscheidet dann basierend auf harten technischen Fakten wie Preis und Lieferzeit – völlig unabhängig von der Marketingmacht eines Giganten. Mit modernen, API-gestützten Infrastrukturen werden mittelständische Händler für diese KI-Agenten lesbar und damit sichtbar. Die Kaufentscheidung wandert weg von der Markenbekanntheit hin zur messbaren Prozess-Exzellenz. Wer sich heute technisch sauber aufstellt, wird morgen in einer Welt autonomer Kaufentscheidungen sogar profitabler sein als die oft schwerfälligen Großkonzerne.

GLOSSAR

Agentic Commerce: Ein Zukunftsszenario des Handels, bei dem KI-Agenten autonom Produkte suchen, vergleichen und Käufe für den Endverbraucher tätigen.

Tech-Schuld (Technical Debt): Beschreibt die Folgekosten, die entstehen, wenn man kurzfristige, minderwertige IT-Lösungen wählt, statt in eine nachhaltige Architektur zu investieren.

Cloud Native: Software, die von Grund auf für die Cloud entwickelt wurde, was sie wartungsfrei für den Nutzer und extrem ausfallsicher macht.

VAT-Compliance: Die Einhaltung der hochkomplexen, internationalen Mehrwertsteuer-Regeln im grenzüberschreitenden Onlinehandel.

Total Cost of Ownership (TCO): Die Gesamtkosten einer Investition, die nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Wartung, Personalaufwand und Infrastruktur umfassen.

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