Versand im E-Commerce Packtisch als Flaschenhals: So harmonisiert man SAP und Carrier‑Anbindung

Ein Gastbeitrag von Laurin Paul Schlereth 5 min Lesedauer

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Kommissionierung, Automatisierung, Fördertechnik – beim Thema Versandoptimierung gerät der Packtisch oft in den Hintergrund. Dabei entscheidet sich genau hier, wie schnell und fehlerfrei ein Auftrag das Lager verlässt.

(Bild:  © insta_photos/stock.adobe.com)
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DARUM GEHT'S

Packtisch als Engpass: Obwohl Lagerprozesse heute weitgehend digitalisiert sind, wird der Packtisch oft zum Flaschenhals. Mitarbeiter wechseln zwischen verschiedenen Systemen, erzeugen Labels separat und übertragen Daten manuell.

Carrier-Komplexität: Mit immer mehr Paketdienstleistern, Versandarten und Service-Levels wächst die Zahl der Schnittstellen. KEP-Anbindungen umfassen längst nicht mehr nur Labels, sondern auch Trackingnummern, Versandstatus und länderspezifische Vorgaben.

Packtisch als digitaler Arbeitsplatz: Der Packtisch entwickelt sich vom reinen Verpackungsort zum zentralen Steuerungspunkt des Versands. Geführte Packprozesse, Scanner-Integration und Transparenz bei Trackinginformationen reduzieren Fehler, erleichtern die Einarbeitung und verbessern die Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden.

Wer über die Optimierung von Lager- und Versandprozessen spricht, denkt häufig zuerst an Kommissionierung, Automatisierung oder Fördertechnik. Der Packtisch gerät dabei oft in den Hintergrund. Dabei entscheidet sich genau hier, ob ein Auftrag das Lager schnell und fehlerfrei verlässt oder ob Verzögerungen, Nacharbeiten und Rückfragen entstehen. Gerade im E-Commerce steigen die Anforderungen kontinuierlich. Kunden erwarten kurze Lieferzeiten, flexible Versandoptionen und eine lückenlose Sendungsverfolgung. Gleichzeitig wächst die Zahl der angebundenen Paketdienstleister, Versandarten und Service-Level. Der Packprozess muss mit dieser Dynamik Schritt halten. In vielen Unternehmen ist genau das jedoch noch nicht der Fall.

Vor dem Hintergrund wachsender Versandvolumina, steigender Kundenerwartungen und einer immer vielfältigeren Landschaft an Paketdienstleistern lohnt sich ein genauer Blick auf den Packprozess. Denn häufig liegt das größte Optimierungspotenzial nicht dort, wo die Ware eingelagert wird – sondern dort, wo sie das Lager verlässt.

Laurin Paul Schlereth, Product Owner Warehouse & Transport Solutions, FIS Informationssysteme und Consulting

Der unterschätzte Flaschenhals im Versand

Der eigentliche Lagerprozess ist heute in vielen Unternehmen bereits weitgehend digitalisiert. Kommissionieraufträge werden systemgestützt erstellt, Bestände werden in Echtzeit geführt und Lagerbewegungen automatisch dokumentiert.

Sobald eine Lieferung den Packtisch erreicht, beginnt jedoch häufig eine andere Welt. Mitarbeiter wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen, erzeugen Versandlabels in separaten Systemen, prüfen Versandarten manuell oder übertragen Informationen zwischen Lager- und Versand-Software. Besonders deutlich wird dies bei Unternehmen, die mehrere Paketdienstleister einsetzen oder internationale Sendungen abwickeln. Jeder zusätzliche Schritt kostet Zeit. Noch kritischer wird es, wenn kurzfristige Änderungen auftreten. Fehlt ein Artikel, muss eine Lieferung ergänzt werden oder ein Kunde wünscht einen anderen Versanddienstleister, geraten Prozesse schnell ins Stocken. Der Packtisch wird dadurch zum Engpass. Nicht weil Verpacken besonders komplex wäre, sondern weil Informationen und Systeme oft nicht nahtlos zusammenspielen.

Mehr Carrier, mehr Komplexität

Der Versandmarkt entwickelt sich rasant. Neben etablierten Paketdienstleistern kommen regelmäßig neue Anbieter hinzu. Gleichzeitig erwarten Kunden eine größere Auswahl an Versandoptionen. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: mehr Schnittstellen.

Eine KEP-Anbindung beschränkt sich längst nicht mehr darauf, ein Versand-Label zu erzeugen. Trackingnummern, Versandstatus, unterschiedliche Servicearten, länderspezifische Anforderungen oder spezielle Labelvorgaben müssen berücksichtigt werden. Wer diese Anforderungen selbst pflegt, kennt den Aufwand. Schnittstellen ändern sich, Formate werden angepasst und neue Services kommen hinzu. Besonders bei Unternehmen mit mehreren Paketdienstleistern wächst dadurch die Komplexität erheblich. 

Viele Logistikverantwortliche stehen deshalb vor einer zentralen Frage: Soll die eigene IT sämtliche Carrier-Anbindungen selbst betreuen oder lohnt sich die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern?

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