Versand im E-Commerce

Packtisch als Flaschenhals: So harmonisiert man SAP und Carrier‑Anbindung

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Wenn SAP-Prozesse und Carrier-Anbindung zusammenspielen

Ein interessanter Trend im Markt ist die zunehmende Arbeitsteilung zwischen SAP-Logistik und Versandintegration. Während SAP-Partner ihre Expertise auf Lager- und Versandprozesse konzentrieren, übernehmen spezialisierte Anbieter die Pflege und Weiterentwicklung der Carrier-Anbindungen.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Partnerschaft zwischen FIS und AEB. Während FIS seine Expertise in SAP-basierten Lager- und Verpackungsprozessen einbringt, übernimmt AEB die Anbindung und Pflege der Versanddienstleister-Schnittstellen. Über die gemeinsame Lösung können Unternehmen auf rund 300 angebundene Carrier zugreifen, ohne jede einzelne KEP-Anbindung selbst betreiben und aktuell halten zu müssen. So entstehen durchgängige Prozesse vom Packtisch bis zur Versandübergabe, während beide Partner ihre jeweilige Kernkompetenz einbringen.

Für Anwender entsteht daraus ein interessanter Vorteil: Sie arbeiten weiterhin in ihren gewohnten SAP-Prozessen, während die Komplexität der Carrier-Integration im Hintergrund abgefangen wird.

Ein Beispiel für diesen Ansatz ist FIS/PackingCenter. Die Lösung verbindet Verpacken, Versandvorbereitung und KEP-Anbindung direkt im SAP-Lagerprozess. Anwender arbeiten in einer zentralen Oberfläche, während Versandlabels, Tracking-Informationen und die Kommunikation mit den angebundenen Carriern im Hintergrund verarbeitet werden.

Der Packtisch wird zum digitalen Arbeitsplatz

Parallel verändert sich auch die Rolle des Packtisches selbst. Früher war er häufig ein Ort, an dem Sendungen lediglich verpackt und etikettiert wurden. Heute entwickelt er sich zunehmend zum zentralen Steuerungspunkt für den Versand. Je schneller Informationen zum Artikel, der Versandart, den Paketdienstleistern sowie Handling Units und Tracking-Informationen verfügbar sind, desto reibungsloser läuft der Versandprozess. Moderne Ansätze setzen deshalb auf geführte Packprozesse, Scanner-Integration und eine zentrale Sicht auf Lieferungen, Handling Units und Versanddaten. Der Mitarbeiter wird nicht mehr allein gelassen, sondern durch den Prozess geführt. Das reduziert Fehler und erleichtert insbesondere die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Warum Transparenz immer wichtiger wird

Ein weiterer Aspekt gewinnt zunehmend an Bedeutung: Transparenz. Kundenservice, Vertrieb und Logistik benötigen heute Zugriff auf dieselben Informationen. Die klassische Frage „Wo befindet sich die Sendung?“ sollte nicht erst durch eine manuelle Recherche beantwortet werden müssen.

Wer Tracking-Iinformationen direkt in seine Prozesse integriert, schafft nicht nur bessere Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden. Auch interne Abstimmungen werden einfacher. Besonders im E-Commerce mit hohen Versandvolumina kann dies einen spürbaren Unterschied machen. Jede vermiedene Rückfrage spart Zeit – sowohl im Lager als auch im Kundenservice.

Fazit: Verpacken neu denken

Der Packtisch wird in vielen Unternehmen noch immer als operativer Endpunkt betrachtet. Unternehmen, die Verpackungsprozesse, KEP-Anbindungen und Carrier-Management stärker integrieren, schaffen nicht nur effizientere Abläufe. Sie gewinnen gleichzeitig mehr Flexibilität für zukünftige Anforderungen. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Versandvolumina, steigender Kundenerwartungen und einer immer vielfältigeren Landschaft an Paketdienstleistern lohnt sich daher ein genauer Blick auf den Packprozess. Denn häufig liegt das größte Optimierungspotenzial nicht dort, wo die Ware eingelagert wird – sondern dort, wo sie das Lager verlässt.

Packtisch – Versandprozess – KEP – SAP – PaketdienstleisterLaurin Paul Schlereth  
ist Product Owner im Bereich Warehouse & Transport Solutions bei der FIS Informationssysteme und Consulting GmbH.

Bildquelle: FIS

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung