Tradition und Innovation schließen sich nicht aus. Die Kastner Gruppe, ein 195-jähriges Familienunternehmen, zeigt eindrucksvoll, wie Unternehmen durch Digitalisierung, KI und das System Predictive Basket auch in hohem Alter jung bleiben können.
(Bild: VAlex – stock.adobe.com)
„Innovativ“ ist ein Adjektiv, das oft mit Start-ups assoziiert wird, jedoch selten mit Firmen, die es bereits vor der Erfindung der Glühbirne gab. Diese Assoziation sollten wir überdenken. In den vergangenen 195 Jahren hat sich die Kastner Gruppe an eine sich wandelnde Welt angepasst und sich dabei zu Österreichs führendem Multifachgroßhändler entwickelt. Dabei war gerade Kastners langfristige Denkweise „wir denken nicht in Quartalen, wir denken in Generationen“ einer der großen strategischen Vorteile. Heute setzt das Unternehmen neue Maßstäbe in den Bereichen Digitalisierung, Customer Experience und KI.
Wir wollen nicht inspirieren, wir ermöglichen eine effiziente Beschaffung
Die Kastner Gruppe verkauft an Gastronomen, Wiederverkäufer und Bio-Fachhändler. Diese bestellen teils zwei- bis dreimal pro Woche mehrere hundert Produkte. Das bringt besondere Anforderungen mit sich, und diese setzt Kastner kundenorientiert um. Dafür experimentiert Kastner mit neuen Ideen und Technologien, um den Kundennutzen der effizienten Bestellung konsequent umzusetzen. Dafür wird vor allem in interne IT-Kompetenzen investiert. „Die IT-Abteilung ist unsere Waffe“ ist eine Aussage, mit der die Geschäftsführung häufig von Mitarbeitern zitiert wird. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Predictive Basket – die KI, die vorhersagt, was du heute kaufst
In der Wettervorhersage hat sich eine „stille Revolution“ ereignet: Die Fünf-Tage-Prognose ist heute genauso präzise wie 1980 der Wetterbericht für den nächsten Tag. Auch im eCommerce können wir immer präziser vorhersagen, was der Kunde heute kaufen möchte. So erinnert Kastner seine Online-Kunden durch den Predictive Basker automatisiert an vergessene Produkte. Was dahinter steckt, sind patentierte Machine-Learning-Verfahren, die Verbrauchszyklen analysieren. Darauf basierend werden dem Kunden die Produkte vorgeschlagen, die er heute wahrscheinlich kaufen möchte, die aber noch nicht im Warenkorb sind. Das spart den Kunden Zeit, und sie vergessen keine wichtigen Produkte.
Das Ergebnis:
Mehr Umsatz: im Durchschnitt 2,3 Produkte mehr im Warenkorb
Höhere Kundenbindung: Da nur Kastner die Einkaufshistorie der Kunden kennt, kann nur Kastner die richtigen Produkte vorhersagen
Entlastung des Supports und höhere Kundenzufriedenheit
Wie mehr Transparenz den Umsatz steigert
Es müssen nicht immer neue Technologien sein, manchmal haben kleine Veränderungen eine große psychologische Wirkung. So auch beim Lieferkostenrad von Kastner. Wie viele Online-Shops erlässt Kastner ab einer bestimmten Einkaufsmenge die Versandkosten. Das war früher im Warenkorb ersichtlich. Indem Kastner jedoch transparent und fast schon spielerisch in der Navigationsleiste darstellt, wie viel Warenkorbwert noch fehlt, bis die Lieferkosten erlassen werden, wurde der durchschnittlichen Warenkorbwert um neun Prozent gesteigert.
Predictive Basket: KI-basierte Suche als Umsatztreiber
Eine intelligente Suche ist eine der Schlüsselfunktionen für Online-Shops. Shopper, die die Suche benutzen, konvertieren im Schnitt deutlich besser, und gerade wenn man wie bei Kastner große Einkaufsmengen hat, ist es umso wichtiger, dass die Shopper schnell finden, was sie brauchen. Da ist es umso wichtiger, dass die Suche Vertipper, aber auch die semantische Bedeutung von Wörtern versteht. Ein Beispiel: Wer nach „Wasser“ sucht, möchte keine „Wassermelone“ kaufen. Für einen Menschen selbstverständlich, für viele Suchen, die nur auf Wortmatching basieren, allerdings nicht. Deshalb setzt Kastner auf FactFinder, eine führende KI-basierte Suche. Auch hier hat das Unternehmen den Kundennutzen im Fokus und zusätzlich eine Sprachfunktion für die Suche eingebaut, so kann auch der Koch, dem gerade eine Zutat zur Neige geht, eben diese schnell via Sprachsuche finden und dann in den Warenkorb legen, ohne dabei seine Tastatur zu beschmieren.
Stand: 16.12.2025
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Ein Blick in die Zukunft des Lebensmittelgroßhändlers
Strategisch stand für Kastner immer der Kundennutzen im Fokus – und das wird auch so bleiben. In der Vergangenheit hat das Unternehmen freiwillige Kunden bei der Nutzung des Online-Shops gefilmt, um tiefe Einblicke in deren Bedürfnisse und Probleme zu bekommen. Diese Nähe zum Kunden und die Bereitschaft, immer wieder Neues dazu zu lernen, bilden die Grundlage für weiteres Wachstum der Gruppe. Dazu kommen jetzt noch aktuelle technologische Entwicklungen rund um das Thema KI, für die sich Kastner bereits strategisch gut aufstellt. So investiert das Unternehmen bereits seit langem in die eigene IT-Infrastruktur, gute Prozesse und saubere Daten – schafft also den idealen Nährboden für Künstliche Intelligenz.
Ein spannendes Thema könnten nach dem Predictive Basket Large Action Models werden, die es ermöglichen, komplexe Aufgaben durch einfache Sprachbefehle zu steuern. Diese Technologie könnte den Bestellvorgang im B2B-Bereich erheblich vereinfachen und beschleunigen, indem sie es den Nutzern ermöglicht, Bestellungen direkt über sprachgesteuerte Geräte abzuwickeln.
Benedikt Mayer ist Senior Director of Marketing bei FactFinder