Interview mit Canva KI im Content-Marketing: Warum Relevanz jetzt wichtiger ist als Volumen

Das Gespräch führte Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Canva wird mit AI 2.0 zur KI-Arbeitsplattform fürs Content-Marketing. Enterprise-Chefin Daniela Nyarko erklärt, warum Relevanz Volumen schlägt – und Kreativität trotz KI menschlich bleiben muss.

(Bild:  © OMEGA/stock.adobe.com)
(Bild: © OMEGA/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Canva entwickelt sich mit AI 2.0 von einem Design-Tool zur agentischen Arbeitsplattform für Marketingteams.

Unternehmen skalieren Content-Produktion mit Templates, Brand-Guidelines und KI – bei gleichbleibender Qualität.

Der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt der „Human in the Loop“: Strategie und Markenführung bleiben menschlich.

Frau Nyarko, Canva hat sich stark in Richtung Enterprise entwickelt. Was genau machen Sie in Ihrer Rolle?

Daniela Nyarko: Ich leite das Enterprise-Geschäft für EMEA und arbeite mit großen internationalen Unternehmen zusammen, etwa aus der Logistik oder dem Handel. Wir begleiten diese Organisationen bei der Transformation ihrer kreativen Prozesse. Der Bedarf an Content ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, während Ressourcen oft gleich geblieben sind. Genau hier setzen wir an und helfen, kreative Workflows effizienter und skalierbarer zu gestalten.

Was ist der zentrale Mehrwert, den Sie Unternehmen bieten?

Daniela Nyarko: Unser Ziel ist es, Content-Erstellung einfach, markenkonform und skalierbar zu machen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, unterschiedlichste Inhalte für verschiedene Kanäle und Abteilungen zu produzieren. Mit Canva können sie zentrale Templates erstellen, die den Markenrichtlinien entsprechen, und diese unternehmensweit ausrollen. So können auch Mitarbeitende ohne Design-Erfahrung Inhalte erstellen, die dennoch professionell und konsistent sind.

Unsere KI kann vergangene Kampagnen analysieren, Feedback einbeziehen und daraus bessere Ausgangspunkte für neue Kampagnen generieren. So entstehen kontinuierlich optimierte Ergebnisse, ohne dass Teams bei null anfangen müssen.

Daniela Nyarko, Head of Enterprise EMEA bei Canva

Wie sieht das konkret im Unternehmensalltag aus?

Daniela Nyarko: Ein gutes Beispiel ist ein globales Unternehmen mit vielen Abteilungen. Jede Einheit hat unterschiedliche Anforderungen – HR benötigt Präsentationen, Marketing Social-Media-Assets, andere Teams interne Kommunikationsmaterialien. Durch zentral definierte Templates stellen wir sicher, dass alle Inhalte auf der Marke basieren. Gleichzeitig behalten die Teams genug Flexibilität, um Inhalte individuell anzupassen. So wird Kreativität skalierbar.

Wie unterstützen Sie Mitarbeitende ohne Design-Hintergrund?

Daniela Nyarko: Unsere Plattform ist sehr intuitiv aufgebaut, sodass nur geringe Vorkenntnisse nötig sind. Zusätzlich begleiten wir Unternehmen mit Implementierungs- und Customer-Success-Teams. Wir definieren gemeinsam Ziele, entwickeln passende Workflows und schulen die Teams. Ein wichtiger Bestandteil ist, dass Designer Vorlagen erstellen, die dann von Nicht-Designern genutzt werden können. Das entlastet kreative Teams und beschleunigt Prozesse.

Welche Rolle spielt KI dabei – insbesondere mit Canva AI 2.0?

Daniela Nyarko: KI ist mittlerweile ein integraler Bestandteil unserer Plattform. Mit Canva AI 2.0 gehen wir noch einen Schritt weiter und entwickeln uns zu einer KI-gestützten Arbeitsplattform. Die KI unterstützt nicht nur punktuell, sondern begleitet den gesamten Prozess – von der Ideenfindung bis zur Umsetzung. Sie wird zu einem echten Partner im kreativen Workflow.

DIE GESPRÄCHSPARTNERIN

Daniela Nyarko ist Head of Enterprise EMEA bei Canva und verantwortet das Geschäft mit Großkunden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im Enterprise-Sales und in der digitalen Transformation von Marketingprozessen.

Content -Marketing – KI
(Bild: Canva)

Was bedeutet „agentische KI“ in diesem Zusammenhang?

Daniela Nyarko: Agentische KI bedeutet, dass die Technologie Aufgaben eigenständig entlang eines Workflows unterstützt. Ein Beispiel: Marketingteams arbeiten oft in Kampagnen. Unsere KI kann vergangene Kampagnen analysieren, Feedback einbeziehen und daraus bessere Ausgangspunkte für neue Kampagnen generieren. So entstehen kontinuierlich optimierte Ergebnisse, ohne dass Teams bei null anfangen müssen.

Wie stellen Sie sicher, dass Inhalte trotz KI authentisch bleiben?

Daniela Nyarko: Das ist ein entscheidender Punkt. Unsere aktuellen Daten zeigen, dass Unternehmen stark auf KI setzen, während Konsumenten zunehmend skeptisch gegenüber generischen Inhalten sind. Viele wünschen sich weiterhin einen menschlichen Touch. Deshalb verfolgen wir einen klaren Ansatz: KI liefert den ersten Entwurf, der Mensch sorgt für die finale Qualität und Personalisierung. Es geht um das richtige Zusammenspiel.

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