Interview mit Canva

KI im Content-Marketing: Warum Relevanz jetzt wichtiger ist als Volumen

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Zusammenarbeit Mensch und KI, die Zukunft des Marketings & Zusammenarbeit mit Agenturen

Wie funktioniert diese Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI konkret?

Daniela Nyarko: Inhalte bleiben bei uns vollständig editierbar. Nutzer können Designs jederzeit anpassen, Elemente verschieben oder Inhalte verändern. Gleichzeitig integriert die Plattform Markenrichtlinien wie Tonalität, Farben und Schriftarten direkt in die Erstellung. So entsteht kein generischer Content, sondern etwas, das zur Marke passt und individuell verfeinert werden kann.

Welche Rolle spielen Integrationen in diesem Kontext?

Daniela Nyarko: Eine sehr große. Inhalte entstehen heute nicht isoliert, sondern in verschiedenen Tools wie Slack oder Google Drive. Canva kann diese Systeme integrieren und deren Inhalte kontextualisieren. Das bedeutet: Teams arbeiten weiterhin in ihren gewohnten Umgebungen, während Canva als zentrale kreative Plattform fungiert.

Gibt es Kennzahlen, die die Entwicklung unterstreichen?

Daniela Nyarko: Wir sehen monatlich rund 27 Milliarden KI-Nutzungen auf unserer Plattform. Das zeigt, wie stark KI bereits im Alltag von Unternehmen und Nutzern verankert ist. Gleichzeitig beobachten wir, dass Effizienzgewinne nur dann nachhaltig sind, wenn Qualität und Markenidentität erhalten bleiben.

Ihr aktueller „State of Marketing & AI Report“ zeigt eine Diskrepanz zwischen Unternehmen und Konsumenten. Woran liegt das?

Daniela Nyarko: Viele Unternehmen konzentrieren sich aktuell auf die Menge an Content, also den Output. Konsumenten hingegen bewerten Inhalte stärker nach Qualität und Relevanz. Diese Lücke führt dazu, dass KI-generierter Content oft als austauschbar wahrgenommen wird. Entscheidend ist daher, den Fokus wieder stärker auf den tatsächlichen Mehrwert zu legen.

Was bedeutet das für die Zukunft des Marketings?

Daniela Nyarko: Der wichtigste Differenzierungsfaktor wird menschlich bleiben. Emotionale Intelligenz, kulturelle Nuancen und ein tiefes Verständnis für Zielgruppen lassen sich nicht vollständig automatisieren. KI ist ein leistungsstarkes Werkzeug, aber die strategische Führung und kreative Ausgestaltung bleiben in menschlicher Hand.

Wie verändert sich dadurch die Zusammenarbeit mit Agenturen?

Daniela Nyarko: Agenturen werden nicht ersetzt, aber ihre Rolle verändert sich. Unternehmen übernehmen mehr operative Aufgaben selbst, während Agenturen stärker strategisch eingebunden werden. Es entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit, bei der beide Seiten enger verzahnt sind.

Wo sehen Sie aktuell die größten Wachstumspotenziale für Canva?

Daniela Nyarko: Vor allem im Enterprise-Bereich. Gerade in Europa und insbesondere in Deutschland gibt es noch großes Potenzial. Wir investieren stark in den Ausbau unserer Teams und Strukturen vor Ort, um Unternehmen besser unterstützen zu können.

Wie wird sich Canva technologisch weiterentwickeln?

Daniela Nyarko: Durch die neue Plattformarchitektur können wir Innovationen deutlich schneller umsetzen. Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung von KI-Memory: Zukünftig können Teams auf gemeinsames Wissen zugreifen und dieses für ihre Arbeit nutzen. Die Plattform entwickelt sich immer stärker zu einem zentralen Ort für kreative und produktive Zusammenarbeit.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Erkenntnis für Unternehmen im Umgang mit KI?

Daniela Nyarko: KI sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines ganzheitlichen Workflows. Unternehmen, die es schaffen, KI sinnvoll zu integrieren und gleichzeitig den menschlichen Faktor zu stärken, werden langfristig erfolgreicher sein. Entscheidend ist nicht, wie viel Content produziert wird, sondern wie relevant und hochwertig dieser ist.

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