KI-Agenten bearbeiten einen wachsenden Anteil der Kundenkontakte. Die Akzeptanz von KI im Kundenservice hält mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt. Deshalb sollten Unternehmen Transparenz, Einsatzbereiche und menschliche Kontrolle an den Erwartungen der Verbraucher ausrichten.
Die Nutzung von KI-Agenten im direkten Kundenkontakt ist ein Thema, das zahlreichen Unternehmen – und auch deren Kunden – noch Kopfschmerzen bereitet. Viele sind noch hin- und hergerissen. Twilio hat jetzt den neuen Report „Inside the Conversational AI Revolution“ veröffentlicht, der diese Fragestellung in den Fokus nimmt. Unternehmen schätzen demnach, dass bereits die Hälfte ihrer Kontakte von KI-Agenten bearbeitet wird. Bis 2027 soll der Anteil von KI im Kundenservice auf 63 Prozent steigen. Viele Dashboards in Unternehmen weisen zwar „sofortige Reaktionszeiten“ aus. Die tatsächliche Kundenerfahrung lässt jedoch häufig zu wünschen übrig. Nutzer sind oft unsicher, ob sie diesen Systemen die Lösung ihrer Probleme wirklich zutrauen können.
KI im Kundenservice: Lücke zwischen Automatisierung und Kundenvertrauen
Wie groß die Lücke zwischen Automatisierung und Kundenvertrauen ist, belegt der neue Report von Twilio, dem Anbieter von Customer-Engagement-Lösungen. Die Ergebnisse zeigen drei wichtige Hindernisse für Unternehmen: fehlende Transparenz, Vorbehalte gegenüber bestimmten Aufgaben und Defizite bei der Kundenerfahrung. 62 Prozent der Verbraucher misstrauen Unternehmen beim Umgang mit ihren personenbezogenen Daten. Zugleich berichten 80 Prozent von negativen Erfahrungen mit KI. 19 Prozent geben an, dass ein KI-Agent bereits einen eindeutigen Fehler gemacht hat.
Kunden erwarten Klarheit über ihren Gesprächspartner
Kunden sollten nicht erraten müssen, ob sie mit einem Menschen oder einer KI im Kundenservice sprechen. Dass diese Unterscheidung schwerfällt, zeigt die Entwicklung der dialogorientierten KI. 75 Prozent der Verbraucher glauben, einen textbasierten KI-Agenten erkennen zu können. In einem Test konnten 90 Prozent jedoch keinen Unterschied feststellen. Finden Kunden erst später heraus, dass ihr vermeintlich menschlicher Gesprächspartner ein Bot ist, können sie sich getäuscht fühlen.
76 Prozent der befragten Verbraucher möchten bereits zu Beginn des Gesprächs erfahren, mit wem sie sprechen. Die meisten Unternehmen halten ihre Transparenz beim Einsatz von KI im Kundenservice für ausreichend. 81 Prozent geben an, ihre KI-Agenten sofort als solche kenntlich zu machen. Zwischen der Einschätzung der Unternehmen und der Wahrnehmung ihrer Kunden besteht allerdings eine deutliche Lücke. Nur 22 Prozent der Verbraucher bestätigen dies.
Transparenz schafft bei den Kunden Vertrauen und gibt ihnen eine Wahlmöglichkeit. Wird ein Chatbot oder Sprachagent von Beginn an eindeutig gekennzeichnet, entsteht keine spätere Enttäuschung über den fehlenden menschlichen Ansprechpartner. Kunden können sofort zu einem Mitarbeiter wechseln, wenn ihr Anliegen menschliche Unterstützung erfordert.
KI im Kundenservice: Akzeptanz hängt von Aufgabe und Risiko ab
Das Verständnis und die Akzeptanz von KI im Kundenservice nehmen zu. Die Befragung zeigt, dass Verbraucher überraschend offen für Automatisierung sind. Ihre Bereitschaft hängt jedoch von der jeweiligen Aufgabe und deren möglichen Folgen ab. Kunden akzeptieren bei einfachen Vorgängen mit überschaubarem Risiko die Unterstützung von KI. Beispielsweise für Versandinformationen oder das Zurücksetzen von Passwörtern nutzen sie die Technologie ohne größere Vorbehalte. 80 Prozent der Verbraucher würden ihr die Vereinbarung eines Termins oder einer Tischreservierung im Restaurant überlassen. 79 Prozent vertrauen ihr die Bearbeitung einer Rückgabe oder eines Umtauschs an. 75 Prozent würden mit ihrer Hilfe Sitzplätze für ein Konzert auswählen.
Bei sensiblen oder finanziell folgenreichen Entscheidungen verschiebt sich das Bild. 60 Prozent möchten einer KI keine medizinische Anfrage anvertrauen. 56 Prozent lehnen es ab, dass KI in ihrem Namen Käufe oder Zahlungen ausführt. 54 Prozent würden keinen Kreditantrag durch einen KI-Agenten einleiten lassen. Auch bei der Beratung zu Kreditmöglichkeiten oder der Klärung fehlerhafter Abrechnungen bevorzugen sie einen menschlichen Ansprechpartner.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Für Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer Maßstab für den passenden Automatisierungsgrad. KI im Kundenservice eignet sich vor allem für überschaubare Routineaufgaben mit eindeutigem Ergebnis. Dort kann sie Servicemitarbeiter entlasten und Abläufe beschleunigen. Bei komplexen oder sensiblen Anliegen müssen jedoch Mitarbeiter entscheiden und Verantwortung übernehmen.
Kundenservice: Vertrauen als Maßstab für die Skalierung
Unternehmen sollten KI zunächst für klar umrissene Aufgaben mit geringen Risiken einsetzen. Transparenz über den Gesprächspartner und den Datenzugriff gehört von Anfang an dazu. Ebenso wichtig ist der schnelle Wechsel zu einem Mitarbeiter, sobald ein Anliegen menschliches Urteilsvermögen erfordert. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich die Automatisierung verantwortungsvoll ausweiten. Vertrauen wird damit zum praktischen Maßstab für jeden weiteren Einsatzbereich.