Supply Chain & Logistics

Lieferketten: Was tun, wenn’s im Suezkanal eng wird?

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Lieferketten: Fünf Hebel gegen drohende Engpässe

Für Händler und ihre Logistikpartner gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf drohende Engpässe zu reagieren:

  • Warenströme frühzeitig steuern: Wer erwartete Ankünfte und benötigte Warenmengen im Blick hat, kann Transporte besser priorisieren. Besonders zeitkritische Sendungen sollten frühzeitig identifiziert werden.
  • Alternative Routings prüfen: Die Rückkehr zum Suezkanal bedeutet nicht automatisch, dass dieser Weg für jede Sendung sofort die beste Wahl ist. Je nach Kapazitätslage und Laufzeiten können andere Verbindungen oder Verkehrsträger sinnvoller sein.
  • Abhängigkeiten reduzieren: Die Verteilung von Sendungen auf unterschiedliche Reedereien oder Allianzen kann Risiken streuen. Auch alternative Häfen sollten mitgedacht werden. Voraussetzung ist, dass auch die Hinterlandanbindungen leistungsfähig sind.
  • Transportkapazitäten sichern: Zeichnen sich größere Ankunftsmengen ab, sollten Terminal-Slots und intermodale Verbindungen frühzeitig geprüft und bei Bedarf reserviert werden. Das gilt auch für Lkw-Kapazitäten.
  • Containerverfügbarkeit aktiv überwachen: Ein schnellerer Seeweg bringt wenig, wenn sich Ankünfte bündeln und der Container im Hafen auf den Weitertransport warten muss. Deshalb müssen Transitzeiten und Kosten ebenso wie die Kapazitätsverfügbarkeit über die gesamte Strecke hinweg bewertet werden.
  • Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Warenwert, zeitlicher Dringlichkeit, Beständen und verfügbaren Alternativen ab.

Was passiert nach der Ankunft?

Die mögliche Rückkehr größerer Warenströme auf die Suezkanal-Route zeigt, wie stark einzelne Transportwege andere Teile internationaler Lieferketten beeinflussen können. Was auf See nach einer Beschleunigung aussieht, kann an anderer Stelle neue Engpässe erzeugen. Für Händler kommt es deshalb darauf an, die gesamte Warenbewegung bis zu den Empfänger zu berücksichtigen.

Um Zeit für Anpassungen zu gewinnen, lohnen sich folgende Fragen: Wo können sich Ankünfte zeitlich überschneiden? Wo werden Kapazitäten knapp? Welche Anschlüsse könnten gefährdet sein? Die Antworten liegen im Zusammenspiel aus aktuellen Daten, digitalen Prognosen und operativer Erfahrung. Eine Rückkehr zur kürzeren Suezkanal-Route wäre noch keine automatische Rückkehr zum Normalzustand bei den Lieferketten. Ob die Waren tatsächlich schneller beim Händler ankommen, zeigt sich möglicherweise erst im Hafen und auf dem Weg ins Hinterland.

LieferkettenMoritz Gborglah
ist Chief Operations Officer (COO) bei der SupplyX GmbH.

Bildquelle: SupplyX GmbH

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