E-Commerce-Schule: Shopify Onlineshop mit Shopify: Von Multichannel bis Unified Commerce – Teil 6

Ein Gastbeitrag von Pia Schratzenstaller 8 min Lesedauer

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Das e-commerce magazin führt in der E-Commerce-Schule zu Shopify durch die wichtigsten Schritte zur Eröffnung eines Onlineshops – praxisnah und direkt umsetzbar. Im sechsten Teil lernt Ihr, wie Händler mit Shopify alles zentral steuern.

(Bild:  © Dennis/stock.adobe.com)
(Bild: © Dennis/stock.adobe.com)

Wer online verkauft, braucht heute mehr als einen guten Onlineshop. Das e-commerce magazin begleitet Euch in der E-Commerce-Schule Schritt für Schritt beim Aufbau eurer weiteren Absatzkanäle mit Hilfe von Shopify. Im sechsten Teil erfahrt Ihr, wie Ihr zusätzliche Verkaufskanäle erfolgreich anbindet, ohne die operative Kontrolle zu verlieren.

Social, Search und KI: Wo Kunden heute nach Produkten suchen

Nicht mehr der Händler bestimmt, wo verkauft wird, sondern der Kunde bestimmt, wo er kaufen möchte. Konsumenten bewegen sich heute wie selbstverständlich zwischen verschiedenen Kanälen. Diese stehen jedoch in keiner festen Rangfolge: Die Customer Journey beginnt manchmal bei der Inspiration auf TikTok oder Pinterest, manchmal beim Blick ins Schaufenster oder zunehmend mit einer gezielten Frage an die KI.

So sieht sine Multichannel-Strategie aus...(Bild:  Shopify)
So sieht sine Multichannel-Strategie aus...
(Bild: Shopify)

Für Händler bedeutet es, dass der Startpunkt der Customer Journey nicht mehr automatisch der eigene Onlineshop ist. Eure Aufgabe ist es daher, eure Zielgruppen genau dort anzusprechen, wo sie sich ohnehin aufhalten. Der eigene Onlineshop bleibt zwar das Zentrum eurer Markenpräsenz, fungiert im Hintergrund aber vor allem als technischer Kern für Eure Produktdaten, Bestände und Eure Markenidentität.

Was vor einem Jahrzehnt mit Influencer-Empfehlungen in den sozialen Medien begann, setzt sich heute mit dem Agentic Commerce fort. Vertriebswege entwickeln und verändern sich kontinuierlich weiter. Das zeigt auch die aktuelle Entwicklung im Agentic Commerce. Laut einer repräsentativen Studie von Celum und TQS nutzen bereits über 40 Prozent der 16- bis 29-Jährigen KI-Chatbots für die gezielte Produktsuche.

Jeder zusätzliche Vertriebsweg eröffnet zwar neue Chancen, bringt aber auch mehr Komplexität mit sich. Für Euch als Händler kommt es darauf an, die für euer Business sinnvollen Kanäle zu erschließen und gleichzeitig die volle Kontrolle über eure Produktdaten, Lagerbestände und Bestellungen zu behalten.

...und so eine Omnichannel-Strategie.(Bild:  Shopify)
...und so eine Omnichannel-Strategie.
(Bild: Shopify)

Die strategischen Wege: Multichannel, Omnichannel und Unified Commerce

Wer auf mehreren Kanälen gleichzeitig verkaufen will, kann zwischen verschiedenen Ansätzen wählen. Diese Strategien unterscheiden sich fundamental in der Art und Weise, wie sie organisiert sind und wie die Technologie im Hintergrund zusammen spielt. Zudem bieten sie auch Euren Kunden verschiedene Einkaufserlebnisse.

1. Die Multichannel-Strategie: Verkauf in isolierten Silos: Dabei bietet ein Unternehmen seine Produkte auf mehreren Plattformen oder Kanälen an, die als organisatorische Silos nebeneinander herlaufen. Jeder Kanal kann eigene Marketingstrategien und Kundenerlebnisse verfolgen. Das Ziel dieser Sales-Strategie besteht darin, die Reichweite durch Präsenz auf möglichst vielen Kanälen zu maximieren. Kunden können beispielsweise im Geschäft einkaufen oder auf der Website bestellen. Es gibt aber keine Möglichkeit, den Einkaufsprozess kanalübergreifend zu organisieren. Jeder einzelne Kanal bietet unterschiedliche Dienste an und wird separat betrieben.

Retail Maturity Model: Der Weg vom Single-Channel bis zum Unified-Commerce(Bild:  Shopify)
Retail Maturity Model: Der Weg vom Single-Channel bis zum Unified-Commerce
(Bild: Shopify)

2. Die Omnichannel-Strategie: Das integrierte Kundenerlebnis: Die Omnichannel-Strategie ist hingegen ein integrierter Ansatz mit dem Ziel, auf allen Absatzkanälen ein konsistentes Markenerlebnis auf der Kundenseite (dem Front-End) zu schaffen. Dazu gehört, dass Kunden auf jedem Kanal die gleiche Produktauswahl sowie einheitliche Preise vorfinden und Services wie Click & Collect oder Online-Bestandsabfragen nutzen können. Die technologische Realität im Hintergrund (das Back-End) ist jedoch oft noch von getrennten Systemen geprägt. Die verschiedenen Kanäle und Datentöpfe müssen mühsam über nachträglich gebaute, oft fehleranfällige Schnittstellen synchronisiert werden.

3. Unified Commerce: Die nahtlose Einheit von Front- und Backend: Unified Commerce baut auf Omnichannel auf, geht aber einen Schritt weiter: Es führt Front- und Backend auf einer einzigen Plattform zusammen – Vertriebskanäle, Kassensystem, Warenwirtschaft, Bestellabwicklung und Kundendaten greifen auf eine gemeinsame Datenbasis in Echtzeit zu. Durch diese „Single Source of Truth“ entsteht ein absolut verlässliches Fundament direkt im Kern eurer IT. Ihr müsst keine Schnittstellen mehr mühsam synchronisieren, und für Eure Kunden entsteht eine fehlerfreie Customer Journey ohne Brüche.

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