E-Commerce-Schule: Shopify

Onlineshop mit Shopify: So gelingt der Wechsel im laufenden Business – Teil 8

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Phase 2 – Launch: Der Shop geht live

Schritt 9: Der Launch-Tag

Der richtige Zeitpunkt für den Plattformwechsel ist eine Phase mit möglichst geringem Bestellaufkommen. Für viele Händler bietet sich dafür die Nacht, das Wochenende oder ein saisonal ruhiger Zeitraum an. Eine Analyse Eurer bisherigen Traffic- und Bestelldaten hilft Euch dabei, ein geeignetes Zeitfenster zu bestimmen. Achtet zugleich darauf, dass alle verantwortlichen Teammitglieder erreichbar sind, falls kurzfristig Probleme auftreten.

Bereitet anschließend den technischen Umzug der Domain vor: Senkt die TTL der DNS-Einträge bereits einige Tage vor dem Launch ab, damit die spätere Umstellung möglichst schnell greift. Am Launch-Tag richtet Ihr die DNS-Einträge für den neuen Shop ein und entfernt den Passwortschutz, damit der Shop öffentlich erreichbar ist.

Dann kommt der große Moment: Ihr geht auf der neuen Plattform live. Bei einem vollständigen Umzug zu einem Termin solltet Ihr dabei den Checkout im alten Shop schließen, damit während der DNS-Umstellung keine Bestellungen parallel in zwei Systemen eingehen. Gleicht vor der Freigabe des neuen Check-outs alle seit dem ersten Import hinzugekommenen oder geänderten Daten ab, insbesondere Bestellungen, Kundendaten und Lagerbestände.

 Legt außerdem fest, in welchem System noch offene Bestellungen weiterbearbeitet werden. Zudem solltet Ihr den alten Shop nicht sofort abschalten, haltet ihn für eine Übergangszeit intern zugänglich, damit Ihr für Rückfragen, Retouren und die Buchhaltung auf die alte Bestellhistorie zugreifen könnt. Prüft außerdem, ob Zahlungsanbieter und Tracking im neuen Shop tatsächlich vom Test- in den Live-Modus geschaltet sind. 

Phase 3 – Nach dem Launch: beobachten und stabilisieren

Schritt 10: beobachten und stabilisieren

Nach der Veröffentlichung beginnt eine intensive Beobachtungsphase. Kontrolliert Fehlermeldungen, Bestellungen, Zahlungsabbrüche und Ladezeiten, auch Suchmaschinen-Crawling und Supportanfragen können wichtige Faktoren sein. Für kritische Probleme lohnt es sich, vorab einen klaren Eskalations- und Rückfallplan parat zu haben.

Soll der Shop sukzessive oder sofort umziehen?

Ein vollständiger Umzug von einer E-Commerce-Plattform auf eine neue kann entweder vollständig zu einem Zeitpunkt oder auch sukzessive erfolgen. Seid Euch bewusst, dass beide Modelle gewisse Vor- und Nachteile bergen. 

Die Platform-to-Platform-Option: Der bestehende Shop zieht zu einem festgelegten Zeitpunkt auf das neue System um, und der Verkauf auf der alten Plattform wird beendet. Benötigte Bestell- und Geschäftsdaten bleiben weiterhin intern zugänglich. Diese Option eignet sich besonders, wenn der Shop eine klar überschaubare Systemlandschaft besitzt. Um einen Shop zu einem eindeutigen Launchtermin umziehen zu lassen, gibt es noch weitere Voraussetzungen: Es darf keine langen Parallelphasen geben und alte und neue Datenmodelle sollten sich gut zuordnen lassen. Zudem braucht es eine umfassende Testphase und einen belastbaren Rückfallplan.

Die Phased Migration: Hier erfolgt der Umzug schrittweise. Einzelne Funktionen, Produktbereiche, Marken oder nur einzelne Märkte, zum Beispiel ein Onlineshop in Österreich, werden nacheinander auf die neue Plattform übertragen. Beide Plattformen laufen eine Zeitlang parallel. Dieses Migrationsmodell ist sinnvoll, wenn eine Systemlandschaft besonders komplex ist und der laufende Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. Vor allem, wenn mehrere Marken oder Länder betroffen sind und somit eine vollständige Migration zu einem einzigen Termin zu riskant wäre. Der Nachteil liegt in einer vorübergehenden Parallelstruktur, die zweimal Kosten und eventuell auch technische Abhängigkeiten verursacht, da beide Systeme gleichzeitig betrieben, synchronisiert und unterstützt werden müssen.]

Fazit

Eine Plattform-Migration ist kein rein technisches Projekt, sondern eine strategische Investition in die Zukunft des Unternehmens. Der größte Teil der Arbeit liegt dabei lange vor dem eigentlichen Launch. Doch wenn Ihr Euch sorgfältig vorbereitet und ausreichend Zeit für Tests und Umzüge plant, lässt sich der Umstieg auch im laufenden Betrieb nahezu ohne Unterbrechung realisieren. Gerade für wachsende Händler ist ein Plattformwechsel die Chance, Prozesse zu modernisieren und technische Schulden abzubauen.

Im nächsten Teil übergeben wir das Mikrofon an Shopify-Händler, die ihre Migration bereits erfolgreich gemeistert haben. Freut Euch auf Einblicke in konkrete Projekte, praktische Learnings aus den beteiligten Teams und Beispiele, die zeigen, wie der Plattformwechsel bei anderen Marken bereits gelungen ist.

e-commerce magazin – E-Commerce-Schule – ShopifyPia Schratzenstaller
ist Head of Communication Germany bei Shopify.

Bildquelle: Shopify

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung