Kommentar

„Für die meisten Unternehmen ist Social Commerce aktuell kein Gamechanger“

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Das Brot-und-Butter-Geschäft bleibt Google und Meta

Während Social Commerce Schlagzeilen produziert, entsteht der größte Teil des Umsatzes vieler E-Commerce-Unternehmen weiterhin über bewährte Kanäle. Bei Mozart Bett haben wir unsere ersten relevanten Reichweiten und Umsätze über Meta und Google aufgebaut. Beide Plattformen sind bis heute zentrale Bestandteile unseres Wachstums.

Die Rollen sind dabei unterschiedlich. Meta eignet sich sehr gut, um Aufmerksamkeit aufzubauen und potenzielle Kunden erstmals mit einer Marke in Kontakt zu bringen. Google wird später wichtig, wenn Menschen schon konkreter suchen, vergleichen und kaufen wollen. Viele Nutzer sehen eine Marke zunächst über Meta, kommen später über Google zurück und entscheiden sich dann erst für den Kauf.

Diese Kombination ist nicht neu, aber sie funktioniert. Meta bietet starke Möglichkeiten, Zielgruppen zu erreichen und Nachfrage aufzubauen. Google fängt Nachfrage ab, wenn sie konkreter wird. Für viele E-Commerce-Unternehmen ist genau dieses Zusammenspiel weiterhin der wichtigste Wachstumsmotor.

Deshalb halte ich die aktuelle Debatte teilweise für falsch gewichtet. Viele Händler suchen nach dem nächsten geheimen Kanal, obwohl sie die Grundlagen auf Meta und Google noch nicht konsequent genug beherrschen.

Werbung wird teurer. Aber das ändert nichts am Fundament

Natürlich sind die Rahmenbedingungen schwieriger geworden. Klickpreise und CPMs steigen. Der Wettbewerb nimmt zu. Unternehmen müssen heute viel mehr Content produzieren als früher. Wer sichtbar bleiben will, braucht laufend neue Creatives, Videos, Bilder, Anzeigenvarianten und Botschaften.

Für neue Marken ist das eine enorme Herausforderung. Manche Unternehmen produzieren jeden Tag große Mengen an Kurzvideos und Werbemitteln. Sie haben Teams, Prozesse und Erfahrung aufgebaut. Wer neu startet, muss gegen diese Professionalisierung erst einmal bestehen.

Trotzdem ist das kein Argument gegen Meta und Google. Im Gegenteil, die hohen Kosten zeigen, dass diese Kanäle weiterhin relevant sind. Dort, wo Kunden kaufen, entsteht Wettbewerb. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob die Plattformen noch funktionieren. Es geht darum, ob das eigene Geschäftsmodell stark genug ist, um dort profitabel zu wachsen.

Dazu gehören ein sinnvoller Warenkorb, klare Positionierung, gute Produkte, überzeugende Creatives, saubere Messung und ein Marketing-Setup, das nicht nur auf kurzfristige Rabatte setzt. Wer diese Grundlagen beherrscht, kann auch heute noch skalieren.

Vielleicht wird Social Commerce in einigen Jahren deutlich relevanter. Kurzfristig sehe ich ihn eher als Beibrotgeschäft.

André Jonker, CEO & Co-Founder Comfort One/Mozart Bett

Influencer-Marketing ist wichtig, aber kein Ersatz für Performance

Auch Influencer-Marketing wird häufig in dieselbe Diskussion eingeordnet. Dabei erfüllt der Kanal eine andere Aufgabe. Für Mozart Bett ist Influencer Marketing ein relevanter Bestandteil des Marketing-Mixes. Aber es ist nicht der größte Umsatztreiber.

Die Stärke von Influencer-Marketing liegt im Aufbau von Vertrauen. Menschen verlassen sich auf Erfahrungen anderer Menschen. Authentische Empfehlungen, glaubwürdige Erfahrungsberichte und echte Stimmen können bei erklärungsbedürftigen Produkten viel bewirken. Gerade deshalb würde ich auf den Kanal nicht verzichten.

Trotzdem sollte man erfolgreiche Beispiele aus Mode, Beauty oder Lifestyle nicht blind übertragen. Was bei einem Kosmetikprodukt oder einem Hoodie funktioniert, funktioniert nicht automatisch bei einem Bett. Die Entscheidung ist anders, der Warenkorb ist höher und die Hemmschwelle größer.

Rabattcodes können helfen, Kampagnen messbar zu machen und der Community einen Anreiz zu geben. Für mich ist das aber noch kein Social Commerce im engeren Sinn. Wenn ein Creator einen Gutschein teilt und der Kauf anschließend im Shop stattfindet, ist das Influencer-Marketing. Social Commerce beginnt dort, wo der Kauf direkt innerhalb der sozialen Plattform stattfindet.

Mein Fazit: Social Commerce ist die Beilage, nicht das Hauptgericht

Social Commerce wird bleiben. Der Kanal kann für bestimmte Produkte, Marken und Zielgruppen funktionieren. Er kann zusätzliche Umsätze bringen, neue Tests ermöglichen und für einzelne Unternehmen ein relevanter Baustein werden.

Aber aktuell wird das Thema größer diskutiert, als es für die meisten Händler wirtschaftlich relevant ist. Besonders bei hochpreisigen, beratungsintensiven oder vertrauensabhängigen Produkten ist Social Commerce nicht der zentrale Wachstumstreiber.

Wer nachhaltig im E-Commerce wachsen will, sollte zuerst die Grundlagen beherrschen: starke Marke, klare Customer Journey, Vertrauen, gute Produkte, saubere Daten, überzeugende Creatives und profitable Kampagnen auf Meta und Google. Das ist unsere Strategie bei Mozart Bett. Und weil unser Ziel ist, das beste Boxspringbett zu bauen, erwarten unsere Kunden auch eine hohe Wertigkeit beim Verkauf und der Wahl unserer Kanäle.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Social Commerce kann ergänzen. Das Fundament erfolgreichen E-Commerce bildet er heute noch nicht.

Social CommerceAndré Jonker
ist CEO von Mozart Bett und Seriengründer aus Leidenschaft. Das Erfolgsrezept des 32-jährigen Betriebswirts: Schlanke Prozesse, eine starke Marke und tiefes Digital-Know-how. Er ist ein Macher, der lieber Klartext spricht, als Buzzwords zu dreschen.

Bildquelle: Comfort One