Der Online-Supermarkt Oda aus Norwegen stellt sein Endkundengeschäft in Deutschland ein. Ab dem 30. Juni können Kunden dort keine Bestellungen mehr aufgeben. Auslöser ist die Umstellung des Geschäftsmodells auf Logistics-as-a-Service (LaaS) im derzeit schwierigen Finanzumfeld.
(Quelle: Oda)
Oda startete Mitte Februar 2023 sein Angebot in der deutschen Hauptstadt. Mit einem Sortiment von mehr als 9.000 Produkten und einem exzellenten Service, der von Kunden mit durchschnittlich 4,8 von 5 Sternen bewertet wurde, etablierte sich der norwegische Newcomer innerhalb kurzer Zeit als starker E-Food-Herausforderer. Innerhalb von 3,5 Monaten des Betriebs belieferte der Online-Supermarkt in Deutschland über 18.000 Kunden und erreichte einen annualisierten Jahresumsatz von 15 Millionen Euro. Mit der Erweiterung seines Liefergebiets um das Berliner Umland und große Teile Niedersachsens legte das Unternehmen den Grundstein für großflächiges zukünftiges Wachstum in Norddeutschland.
Bis zur Einstellung des Endkundenbetriebs am 30. Juni werden Kunden in Deutschland weiterhin normal beliefert. „Ich bin unglaublich stolz auf das, was das talentierte Team von Oda in Deutschland in so kurzer Zeit erreicht hat. Gemeinsam haben wir neue Maßstäbe für Qualität und Exzellenz im Online-Lebensmittelhandel gesetzt. Mit unserem Online-Supermarkt durften wir den Alltag Tausender treuer Kundinnen und Kunden erleichtern und ihnen mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben schenken”, erklärt Malte Nousch, Managing Director von Oda Deutschland.
Oda plant Neuausrichtung als LaaS-Dienstleister in neuen Märkten
Mit der Einstellung des Endkundengeschäfts in Deutschland treibt Oda seinen kürzlich begonnenen Strategiewechsel hin zu einem Logistics-as-a-Service-Dienstleister in den bestehenden internationalen Märkten voran. Als LaaS-Dienstleister nutzt das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil in der effizienten Lagerlogistik und Distribution und stellt ihn anderen Unternehmen als Business-to-Business-Service zur Verfügung. Erst kürzlich gab der Online-Supermarkt seine Pläne bekannt, das Endkundengeschäft in Finnland einzustellen und sich dort als Logistikdienstleister neu auszurichten. In Deutschland befindet sich das Unternehmen derzeit im frühen Stadium der Prüfung eines ähnlichen Übergangs zu LaaS.
„Das deutsche Team hat sich unermüdlich dafür eingesetzt, die Marke in Deutschland groß auszurollen. Dafür bin ich sehr dankbar. Jedoch müssen wir uns im derzeit schwierigen Finanzierungsumfeld neu aufstellen. In unseren neueren Märkten setzen wir deshalb voll und ganz auf unsere operative Exzellenz und stellen auf ein Logistics-as-a-Service-Modell um. Diese Neuausrichtung erhöht das Marktpotenzial deutlich und macht kapitaleffizienteres Wachstum möglich. Das ist der beste Weg, um unser Ziel, das effektivste Handelssystem der Welt aufzubauen, weiter zu verfolgen”, erklärt Karl Munthe-Kaas, CEO von Oda.
(Staffan Mörndal (Partner, Verdane Capital) und das Team von Oda: Karl Munthe-Kaas (Co-Gründer und CEO), Kristin Thornes Woldsdal (Managing Director), Vegard Aakre Vik (Co-Gründer und CFO) und Martin Gjølme (Partner, Summa Equity) (v.l.n.r.). Bild: Oda)
Oda beschäftigt derzeit 167 Mitarbeitende in Deutschland. Diese werden das Unternehmen aufgrund der Einstellung des Endkundengeschäfts verlassen und wurden bereits über die Veränderungen informiert. Für die Belegschaft hat das Unternehmen Lösungen, die fair und sozialverträglich sind. Zudem richtet Oda Informations- und Beratungsangebote ein, um eine berufliche Neuorientierung zu unterstützen.
Aufbau des effektivsten Retail-System der Welt
Der 2013 gegründete Online-Supermarkt Oda hat das Ziel, das effektivste Retail-System der Welt aufzubauen. Der Anbieter etzt dafür auf eine Kombination aus datenbasierter Nachfrageplanung, automatisierter Technologie und einer unternehmenseigenen Logistik-Plattform. Ziel ist es, Ineffizienzen in der Lieferkette für Lebensmittel zu beseitigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Wertschätzung für Menschen und natürliche Ressourcen. In Norwegen ist Oda einer der führenden Online-Supermärkte mit einem Jahresumsatz von 250 Millionen Euro (2021). Das Finanzierungsvolumen liegt bei mehr als 400 Millionen Euro von Investoren wie Kinnevik, Verdane und Summa Equity. (sg)
Stand: 16.12.2025
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